Brunnenprojekt Balimo im Kongo

Brunnenprojekt Balimo im Kongo

„2020 war ich das erste Mal im Dorf Balimo, gut 100 km südöstlich der Hauptstadt Kinshasa auf dem Plateau von Bateke gelegen, um Gesundheitsschulungen für die in der Kooperative CRPDEM zusammengeschlossenen Frauen von Balimo zu halten. Ich war im Februar in der Regenzeit dort, und das Problem der Wasserknappheit war nicht so drängend präsent.

Mein zweiter Aufenthalt war in der Trockenzeit im August 2021. Mit dem Jeep fuhren wir über Buschwege 12 km zu einem Tümpel, um dort Brauchwasser zu holen. Das Trinkwasser ist doppelt so weit entfernt an einer Quelle, am Fuß eines steilen Abhangs gelegen. Normalerweise steht kein Fahrzeug zur Verfügung, und die Menschen müssen das lebensnotwendige Wasser  in 20 Liter Kanistern in stundenlangen Fußmärschen transportieren.“

Ein eigener Brunnen, welcher Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht, ist der dringendste und existentiellste Wunsch der Menschen in dieser Region.

Durch sauberes Wasser vor Ort können Wurm- und Parasitenbefall und Infektionskrankheiten vermieden werden, an denen vor allem Kinder häufig leiden. So viel wertvolle Zeit stünde für andere Arbeiten sinnvoll zur Verfügung. Die Wartung des Brunnens kann von in Balimo lebenden Menschen vorgenommen werden.

„Es ist mein großer Wunsch, dieser engagierten Dorfgemeinschaft von etwa 500 Menschen durch die Finanzierung eines Brunnens zu helfen.“

Für die über USD 60.000.- , die für die Errichtung veranschlagt wurden, suchen wir Sponsoren und Sponsorinnen über den Kreis der Mitglieder des Vereins Elikia hinaus.

Sollte der Betrag für den Brunnen nicht aufgebracht werden, so ist die Errichtung einer Zisterne für Brauchwasser, das ebenfalls dringend benötigt wird, geplant. Die Kosten für die Zisterne betragen gut USD 20.000.-, die Grabarbeiten würden von der Dorfgemeinschaft als Eigenleistung vorgenommen.

Seit März 2022 sind Spenden an den Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ steuerlich absetzbar. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, den Brunnen zu realisieren!

Der Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ wurde gegründet, um die mit Hermine Moser in Kontakt stehenden Kooperativen im Kongo in ihrem Engagement zu unterstützen. Hermine Moser verbringt seit 2013 jährlich 4 Wochen im Kongo, um die Kooperativen und die Projekte zu besuchen und Gesundheitsschulungen vor allem für Frauen zu leiten.

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsschulungen

Die Schulungstätigkeit an allen Standorten steht bei meinen jährlichen einmonatigen Aufenthalten an erster Stelle. Durch sie komme ich mit so vielen Personen aus unterschiedlichen Milieus in Kontakt und es ereignet sich viel gegenseitiges Lernen. Die Schulungen richten sich an Familien, insbesondere an Frauen und Mädchen, mit den Schwerpunkten Reflexologie, Körper- und Bewegungswahrnehmung und Beckenboden-Training. Obwohl Männer als Zielgruppe nicht direkt angesprochen sind, sind durchschnittlich ein Viertel bis ein Drittel Männer und Burschen bei den Schulungen dabei.

Jede Schulung hat ihre Struktur, sie ist aber immer offen für die Fragen und speziellen Anliegen der Teilnehmenden. Als besonders wertvoll ich erachte ich, wenn die Teilnehmenden untereinander ins Gespräch kommen und ihre oft divergierenden Sichtweisen austauschen. Beispielsweise, wenn es um männliche und weibliche Rollenbilder geht. Oder um Fragen zu Sexualität und sexueller Orientierung. Um das Gespräch in der Familie, um Kindererziehung …

Auf manche dringenden Nöte gelingt es, auch in Zusammenarbeit mit den Partnerinnen vor Ort, direkt zu reagieren. Immer habe ich Verbandmaterial und Propolis-Creme aus eigener Produktion dabei.

Foto: Gesundheitsschulung in Kimbanseke, in Schule der Don-Bosco-Schwestern.
Schulung in Masimanimba 2021
Schulung in Masimanimba 2021

Artemisia Annua implementieren

Malaria ist die große Geisel im gesamten südlichen Afrika. Das Leid, das durch Malaria verursacht wird, ist auch im Kongo unermesslich.

Durch den Film Das Fieber | Ein Film von Katharina Weingartner wurde ich auf die Heilwirkung des Einjährigen Beifuß, botanischer Name Artemisia Annua, aufmerksam. Meine eigene Malaria Erkrankung im März 2020 hatte mich zusätzlich sensibilisiert. Langfristiges Ziel ist, diese Heilpflanze einem möglichst großen Teil der kongolesischen Bevölkerung (wieder) als Vorbeugungs- und Heilmittel bei Malaria bekannt zu machen.

Jede Familie soll, wenn möglich, im eigenen Umfeld eine Artemisia Pflanze haben und diese direkt nutzen können. Artemisia wächst auch in einem entsprechend großen Topf beziehungsweise in einer der gebräuchlichen Einkaufstaschen aus gewebtem Kunststoff, für die Familien in den Städten und Slums, die kein Stückchen Erde um sich haben.

2021 hatte ich Artemisia Tee und Samen dabei, und vor Ort konnte ich Artemisia Pflanzen in einem botanischen Garten der Don Bosco Salesianer außerhalb von Kinshasa erwerben und an Projektpartnerinnen verteilen. Die Schulungen erweiterte ich um das Thema Malaria und um die Bedeutung von Artemisia Annua zur Vorbeugung und Behandlung.

Artemisia annua Pflanzung
Einwässern
Schutz vor Tieren

Errichtung eines Reflexologie-Zentrums in Kinshasa

Fuß-Reflexzonen-Massage ist ein wichtiger Inhalt in den Gesundheitsschulungen. Sie ist ein Werkzeug, um bei verschiedensten Beschwerden sich selbst und den Familienmitgliedern zu helfen. Dies ist in einem Land, wo Gesundheitsleistungen kostenpflichtig sind, eine große Hilfe zur Selbsthilfe.

Solange Labila, meine Mitarbeiterin und Assistentin, ist aus eigener Initiative dabei, einen Ort zu schaffen, an dem Fuß-Reflexzonen-Massage und andere Formen der Gesundheitsförderung professionell angeboten werden. Sie kann in all den Zeiten, die ich nicht vor Ort bin, mit weiteren gut Ausgebildeten eine Anlaufstelle für Interessierte bilden und so für Kontinuität sorgen. Für mich selbst ist es hilfreich, einen Arbeitsort zu haben, wenn ich in Kinshasa bin. Das Projekt benötigt eine Anschub-Finanzierung und sollte sich in der Folge selbst erhalten.

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène ist eine Privatschule in der Demokratischen Republik Kongo, in Sangamamba am Stadtrand der Hauptstadt Kinshasa.

Kinder von vier bis achtzehn Jahren (Maternelle, Primaire, Secondaire) werden dort unterrichtet.

Auf Grund schlimmster politischer Verwerfungen hatte sich der Staat in den 1990er Jahren fast vollständig aus der Finanzierung des Bildungswesens zurückgezogen. Schulen mussten fortan Elternbeiträge einheben, um weiter bestehen zu können.

Dem Direktor von St. Hélène, M. John Tshimanga, und dem Coordinateur M. Denis Lelo, war es immer ein Anliegen gewesen, kein Kind auf Grund von Armut aus der Schule auszuschließen. Für diese Kinder, die oft nur einen Elternteil haben, oder bei mittellosen Großeltern leben, baten sie mich, als wir uns 2018 kennenlernten, um Unterstützung.

Hauptsächlich durch den Erlös der Kalenderprojekte vom Freistädter Künstler Rudi Prinz Galerie, Kalender 2021 (rudolfprinz.at) war es möglich gewesen, diese fehlenden Elternbeiträge beizusteuern, sodass die Schule gerade so über die Runden kam.

Lagebesprechung St. Hélène
Lagebesprechung St. Hélène im Sommer 2021

Durch die Pandemie hatte sich die wirtschaftliche Lage gravierend verschlechtert. Viele Familien verelendeten und konnten die Schulgebühren nicht mehr aufbringen.

Ohne diese Beiträge ist St. Hélène in ihrem Bestehen gefährdet. Die Lehrenden können nicht endlos auf ihre sehr geringen Gehälter verzichten, der Vermieter des Geländes will die Miete von 400 Dollar nicht mehr länger stunden.

Im Fall einer Schulschließung würden hunderte Kinder ihre vertraute Schule, und über dreißig Lehrerinnen und Lehrer ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Schule St. Hélène benötigt monatlich zumindest € 1.000.-, um halbwegs durchzukommen. Wir suchen 30-50 Personen, die bereit sind, monatlich € 30.- bis 50.- zu überweisen.

Wer ist dankbar für die erhaltene Bildung, verdient einigermaßen gut und kann sich vorstellen, die Schule über ein paar Jahre regelmäßig zu unterstützen?

P.S. Wenn Sie bereit sind, dem Verein Elikia mit 15.- Euro jährlich als ordentliches Mitglied beizutreten, dann können Sie das Vereinsgeschehen mitbestimmen und erhalten regelmäßige Projekt-Nachrichten.

Gern können Sie aber auch nur den Newsletter abonnieren.

Projektbericht Ecole St. Hélène, Mama Fifi Bora und Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Projektbericht Ecole St. Hélène, Mama Fifi Bora und Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Ungewollt habe ich sechs Wochen keine weiteren Informationen über die Arbeit im Kongo geschickt. Der Grund dafür ist, dass ich nicht gesund zurückgekommen bin, sondern mit Malaria. Es ist das erste Mal, dass es mich „erwischt“ hatte, und ich wollte es nicht wahrhaben. Ich war dann vom 14. bis 24. März im Krankenhaus, und jetzt geht es mir wieder ziemlich gut. Ich kann sagen, dass die Corona-bedingte allgemeine Entschleunigung meinem eigenen Energielevel ganz gut entsprochen hat. So wurde mir die Erholung leichter gemacht.

Die Menschen im Kongo sind, so wie in praktisch allen Ländern Afrikas, und in allen Ländern weltweit mit schwachen Volkswirtschaften und wenig ausgeprägten Demokratien, von der Corona-Pandemie existentiell betroffen, im wörtlichen Sinn. Es geht bei allzu vielen um das nicht-Verhungern. Wer von der Hand in den Mund lebt, wer das, was unmittelbar durch Straßenverkauf und andere prekäre Beschäftigungen Erworbene, ebenso unmittelbar für Lebensmittel ausgibt, hungert und verliert längerfristig das Dach über dem Kopf, wenn diese Beschäftigungen auf Grund der Ausgangssperren verunmöglicht werden.

In der Folge ein kurzer Bericht über die Schule St. Hélène, über das Werk von Florence Ngunga, und über Fifi Bora, die sich um die fünf Kriegswaisen aus dem Osten des Kongo kümmert.

Ecole St. Hélène

Am 23. Februar hatte ich Besuch vom Direktor John Tshimanga und dem Koordinateur, bei uns würde man sagen Administrator der Schule, Denis Lelo. Ich war eigentlich entschlossen gewesen, der Schule keine weitere Unterstützung zu geben, nachdem sie Ende Dezember vom Kalender Projekt über 5000 Euro erhalten hatten. Ich meinte, wenn St. Hélène überhaupt nicht selbsterhaltungsfähig ist, dann muss die Schule eben geschlossen werden.

Die 5000 Euro waren im Wesentlichen für die bescheidenen Gehälter der Lehrerinnen und Lehrer und für die Renovierung der Schäden nach dem Erdrutsch im vergangenen November aufgegangen. Die entsprechenden Belege legten mir die beiden im Original vor.

Aber Denis und John standen schon wieder mit leeren Händen da, die Löhne der Lehrenden waren im Jänner und Februar noch ausständig. Sie erklärten mir glaubwürdig, dass St. Hélène nicht nur als Schule, sondern auch als eine Art soziales Zentrum in dieser besonders armen Gegend wichtig ist. Als Schulverantwortliche erfahren sie viel über die speziellen Nöte ihrer Schülerinnen und Schüler. Viele leben mit nur einem Elternteil, oder bei Großeltern, die so arm sind, dass sie die Kinder oft hungrig zur Schule gehen lassen müssen.

Da erinnerte ich mich an einen KBW Vortrag in Freistadt über das weltweite Projekt „Marys Meals“. https://www.marysmeals.at/

Wenn in St. Hélène alle Schulkinder täglich eine einfache warme Mahlzeit bekommen würden, würde dies die Schule enorm aufwerten, und die allergrößte Not der Kinder und Familien würde wirksam gelindert. Mit dieser Perspektive entschloss ich mich, ihnen 3000 Dollar für die Löhne der Lehrenden und andere dringende Ausgaben zu geben.

Wir vereinbarten, dass John und Denis einen Plan erstellen werden, wie und zu welchen Kosten sich so ein Basisprojekt verwirklichen ließe. Leider ist durch die Corona-Ausgangsbeschränkungen, die zur gleichen Zeit wie bei uns gestartet hatten, derzeit alles auf Eis gelegt.

Mama Fifi Bora

Mit meiner finanziellen Hilfe hatte Mama Fifi ein kleines Restaurant ganz in der Nähe ihrer Wohnung eröffnet. Genau als die Einrichtung und auch genügend Lebensmittelvorräte und die Lizenz zum Betreiben des Restaurants erworben waren, wurde das „confinement“, also die Ausgangssperre ausgerufen. Somit ist die wirtschaftliche Selbständigkeit schon wieder vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Das ist sehr frustrierend. Die drei Schwestern von Rosette und Sagesse, Dada, Furaha und Princess sind immer noch im Osten, weil ja auch die Reisemöglichkeiten gecancelt sind.

Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Mama Florence war für mich immer einfach die Betreiberin der Crèche gewesen. Erst jetzt, als wir auf der Farm fünf Tage zusammen waren, erfuhr ich mehr über ihr langfristiges humanitäres Engagement für die Allerärmsten.

Schon 1996 hatte sie den Verein CRPDM (Cercle Pour la Récupération des Personnes Défavorisées et Marginalisées, = Vereinigung für die Wiederherstellung von benachteiligten und an den Rand gedrängten Personen) gegründet. Es ging und geht um die Hilfe für verstoßene und verlassene Kinder, für chronisch Kranke, Witwen, junge Mütter, Behinderte, Vergewaltigte.

CRPDM ist an insgesamt vier Orten aktiv. Der erste ist ihr eigenes Haus in Masina Pasquale, die Crèche. Am zweiten Ort, der Farm, hatte ich diesmal nachmittags Schulungen gehalten und vormittags bei der Erdnuss Ernte mitgearbeitet. 2004 hatte Florence ein Stück Land auf dem Plateau von Bateke ihrem Verein verliehen und dort die Farm aufgebaut. Einerseits bietet sie einigen Witwen sowie einer jungen Mutter mit zwei Kindern Unterkunft und Arbeit, in der Haupt-Erntezeit arbeiten dort auch Studenten, die sich ihr Studiengeld verdienen; andererseits finanziert sie mit dem Ertrag der Farm so gut es geht ihre weiteren Aktivitäten.

Leider ist Florence derzeit sehr krank. Nur wenige Tage nachdem sie das Krankenhaus, wo sie wegen Malaria behandelt worden war, verlassen hatte (ich hatte davon berichtet), musste sie wegen Lähmungserscheinungen an beiden Beinen wieder ins Krankenhaus. Nach einer MRT Untersuchung wurde ihr eine Operation an der Wirbelsäule nahegelegt. Dies wäre aber eine untragbare finanzielle Belastung. Derzeit wird sie mit Medikamenten, Physiotherapie und Reflexzonenmassage behandelt. Besserung stellt sich nur langsam ein. Das macht mir große Sorgen. Viele Projekte, die sie beispielsweise auf der Farm verwirklichen wollte, wie der Aufbau von Imkerei, ein eigener Stall samt Auslauf für die Hasenzucht und andere Investitionen, die den Ertrag steigern sollen, sowie die Erweiterung der äußerst bescheidenen Wohnmöglichkeiten für die ständig dort lebenden Personen, stehen still.

Die Kinder der Crèche, die bei ihr im Haus leben, sind traurig und eingeschüchtert. Sie wissen und fühlen, dass von Mama Florences Befinden ihre eigene Sicherheit abhängt.

Die Bilder im Anhang zeigen mich auf der Farm beim (symbolischen) Übernehmen der Dankes-Gaben am Kursende, bei der Erdnussernte in Gesellschaft des kleinen Merdi und seiner noch kleineren Schwester Dorcas, und beim Unterrichten.

 

Wo liegt die Relevanz meiner Schulungen für die Menschen im Kongo?

Wo liegt die Relevanz meiner Schulungen für die Menschen im Kongo?

Die Schulung hatte ich ursprünglich für eine bestimmte Zielgruppe, nämlich Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt hatten erleiden müssen, konzipiert.

Es stellte sich heraus, dass die angebotene Mischung aus

  • Körperwahrnehmung und grundlegende Informationen über die physiologische und anatomische Funktion des Körpers (Kinaesthetics),
  • aktiver und praktischer Gesundheitsvorsorge und Hilfe (Fuß-Reflexzonenmassage) und
  • Sexualität (Kenntnis und Aktivierung des Beckenbodens)

für jede Frau ob jung oder alt, ob mehr oder weniger traumatisiert, von Bedeutung ist. Jedenfalls war die Resonanz überwältigend.

Auch Männer nahmen an allen Orten an den Schulungen teil und zeigten großes Interesse und auch Offenheit für die Inhalte.

Im besten Fall ermöglicht so eine Schulung den Austausch und Dialog über so heikle Themen wie Fortpflanzung, Verhütung, sexuell übertragbare Krankheiten und sexuelle Lust nicht nur für die Frauen, sondern auch zwischen Partnern und in Familien.

Ich gehe davon aus, dass solche Schulungen, entsprechend weiter entwickelt und auf lange Sicht gesehen, einen Beitrag leisten können, um manche der großen Probleme in der kongolesischen Gesellschaft zu thematisieren:

  • Den mangelnden Respekt Frauen und Mädchen gegenüber, welcher einhergeht mit dem Druck auf Burschen und Männer, sich „stark“ zu zeigen
  • Das strikte Delegieren der familialen und hauswirtschaftlichen Arbeit an die Frauen
  • Die permanente Bedrohung und Gewalt vor allem gegenüber Frauen und Mädchen
  • Die vielen „filles-mères“, also sehr junge Mütter, die kaum für sich und ihre Kinder sorgen können

Die Berichte mancher Schulungsteilnehmerinnen über den Erfolg einer Maßnahme bei Familienmitgliedern, aber auch manche respektvollen Rückmeldungen von Männern, die von ihren Frauen eine Behandlung bekommen hatten, lassen mich annehmen, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege.

Die Frauen sind stolz auf sich selbst, weil sie etwas Nützliches gelernt haben, das sie selbst stärkt und ihre Stellung in der Familie aufwertet. Und die Männer erleben ihre Frauen als kompetent und selbstbewusst. Das könnte eine hilfreiche Dynamik für Entwicklung schon in der Familie in Gang setzen.

An den Schulungen nehmen 20 Personen bis 120 Personen teil. Eine so große Zahl an TeilnehmerInnen gelingt nur mit einem guten Team.

 

Ein Haus für 100 verwaiste, verstoßene, verlassene Kinder in Bandundu Ville

Ein Haus für 100 verwaiste, verstoßene, verlassene Kinder in Bandundu Ville

Ein Zuhause für hundert verlassene Kinder soll in der Provinzstadt Bandundu Ville 400 km nordöstlich von Kinshasa entstehen.

Das geplante Haus steht in Zusammenhang mit einem Landwirtschaftsprojekt, welches mit finanzieller Unterstützung von Elikiá schon am Laufen ist. Die Farm soll in Zukunft den Betrieb des Kinder-Hauses sichern helfen.

Der Kostenvoranschlag für das Kinder-Haus beträgt 50.000 US Dollar. Elikiá will den Aufbau dieses Hauses ermöglichen.

Schulbesuch ohne Schulgebühr

Schulbesuch ohne Schulgebühr

„Ich bin mit Leib und Seele Lehrer und ich möchte, dass an unserer Schule auch arme Kinder lernen können.“ (Denis Lelo, Direktor vom College Saint Helene)

Denis Lelo lernte ich bei meiner Kongo-Reise im Frühsommer 2018 kennen. Er entstammt einer Lehrer-Familie und ist selber von ganzem Herzen Lehrer. Schulen im Kongo sind zur Gänze auf Elternbeiträge angewiesen. Für Kinder aus armen Familien ist der Schulbesuch oft nicht leistbar. Es kommt häufig vor, dass bereits eingeschulte Kinder von der Schule verwiesen werden, wenn die Eltern den Beitrag nicht mehr zahlen können.

Im College Saint Helene, einer Primar- und Sekundarschule im Stadtteil Sanga-Mamba, wollen der Direktor und sein Kollegium arme Kinder nicht von der Schule verweisen. Mit der Unterstützung von € 2.000.- konnten wir für das Schuljahr 2018/19 den Schulbesuch armer Kinder sicher stellen.

Die Künstlerin Irmgard Rinösl stellte einen Teil des Verkaufserlöses ihrer Ausstellung im MÜK für dieses Projekt zur Verfügung.
https://www.meinbezirk.at/freistadt/c-lokales/ausstellung-brachte-geld-fuer-hilfsprojekte_a2771663

Gesundheitsbildung für Frauen und Familien

Gesundheitsbildung für Frauen und Familien

Seit viereinhalb Jahren bin ich in Kontakt mit der Nichtregierungsorganisation „Collectiv des Associations pour le Devéloppement, CAD“ in der Demokratischen Republik Kongo.

CAD ist eine Plattform für verschiedene Gruppierungen, welche die Lebensumstände von besonders verletzlichen Teilen der Bevölkerung verbessern wollen. Dazu gehören vor allem (elternlose) Kinder, Behinderte, und Frauen und Mädchen, die Opfer von sexualisierter Gewalt wurden.

Zur Unterstützung einer Zielgruppe von CAD, Frauen und Mädchen, die körperliche und sexualisierte Gewalt erleiden mussten, entwickelte ich ein Konzept zur Gesundheitsbildung. Frauen und Mädchen sollten ihren Körper wieder als zu ihnen gehörig, auch als Quelle der Freude und des Stolzes wahrnehmen und erfahren können. Und sie sollten ihren Körper in seinen Funktionen besser verstehen lernen. Zudem sollten sie mit Hilfe der Fuß-Reflexzonen-Massage in der Lage sein, sich bei einfachen gesundheitlichen Beschwerden selber beziehungsweise innerhalb der Familie oder unter Freundinnen gegenseitig zu helfen.

An der siebenteiligen Schulung im sehr armen Stadtteil Masina-Pasqual in Kinshasa, die ich schließlich im Februar 2016 in zwei parallelen Gruppen hielt, nahmen gut vierzig Frauen und Mädchen teil. Das Lernangebot bestand aus dem Kennenlernen des Beckenbodens, aus den Grundlagen der Fuß-Reflexzonen-Massage und aus den Grundlagen von Kinaesthetics.

Bei der Schulung unterstützten mich die Schulungsteilnehmerinnen von meinem ersten Aufenthalt. Die Ärztinnen konnten gesundheitliche Zusammenhänge detailliert und in der Muttersprache Lingala erklären. Bei den praktischen Übungen und Erfahrungen brauchte es mehrere Personen, um die Teilnehmenden gut zu begleiten.

Die Relevanz der Schulung, die ich im Februar 2016 in Masina gegeben hatte, hatte sich bei anderen Mitgliedern von CAD herumgesprochen, und sie wünschten auch so eine Schulung.

Nach intensiven Vorbereitungen mit den Kontaktpersonen vor Ort konnte ich im Frühjahr 2018 an insgesamt sechs Orten und Städten in den Provinzen Baskongo und Bandundu ganztägige Schulungen für die Mitglieder der einzelnen Assoziationen geben.

Im Wesentlichen haben alle Assoziationen vor Ort dieselben Anliegen: Die Lebensbedingungen für die Ärmsten zu verbessern. Das sind elternlose Kinder, mangelernährte Kinder und Kinder ohne Möglichkeit für Schulbildung, Kranke, Behinderte, Vergewaltigte, alleinstehende junge Mütter und Witwen ohne Erwerbsperspektive, und weitere Mittel- und Rechtlose.

Aufgrund der Spende von € 3.000.- der Grünen Freistadt konnte jede dieser Assoziationen in ihrer Arbeit finanziell unterstützt werden.

Waisenhaus in Moanda

Frauen-Kooperative in Mampu: Ca. 20 Frauen bearbeiten gemeinsam 15 ha Land.
Krankenhaus Tshakala Mbewa: Dr. Ulrich bringt sich bei der Schulung aktiv ein. Krankenhaus Tshakala Mbewa: Das Krankenhaus erhielt ein Blutzuckermessgerät, eine manuelle Zentrifuge für Blutuntersuchungen und chirurgische Geräte aus Freistadt.
Soziale Bildungsarbeit in Masi Manimba: Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Behinderten.
Schule in Masi Manimba
Hilfe für mangelernährte Kinder in Masi Manimba: Die beiden Frauen bereiten aus regionalen Produkten Spezialnahrung für mangelernährte Kinder.