Brunnenprojekt Balimo im Kongo

Brunnenprojekt Balimo im Kongo

„2020 war ich das erste Mal im Dorf Balimo, gut 100 km südöstlich der Hauptstadt Kinshasa auf dem Plateau von Bateke gelegen, um Gesundheitsschulungen für die in der Kooperative CRPDEM zusammengeschlossenen Frauen von Balimo zu halten. Ich war im Februar in der Regenzeit dort, und das Problem der Wasserknappheit war nicht so drängend präsent.

Mein zweiter Aufenthalt war in der Trockenzeit im August 2021. Mit dem Jeep fuhren wir über Buschwege 12 km zu einem Tümpel, um dort Brauchwasser zu holen. Das Trinkwasser ist doppelt so weit entfernt an einer Quelle, am Fuß eines steilen Abhangs gelegen. Normalerweise steht kein Fahrzeug zur Verfügung, und die Menschen müssen das lebensnotwendige Wasser  in 20 Liter Kanistern in stundenlangen Fußmärschen transportieren.“

Ein eigener Brunnen, welcher Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht, ist der dringendste und existentiellste Wunsch der Menschen in dieser Region.

Durch sauberes Wasser vor Ort können Wurm- und Parasitenbefall und Infektionskrankheiten vermieden werden, an denen vor allem Kinder häufig leiden. So viel wertvolle Zeit stünde für andere Arbeiten sinnvoll zur Verfügung. Die Wartung des Brunnens kann von in Balimo lebenden Menschen vorgenommen werden.

„Es ist mein großer Wunsch, dieser engagierten Dorfgemeinschaft von etwa 500 Menschen durch die Finanzierung eines Brunnens zu helfen.“

Für die über USD 60.000.- , die für die Errichtung veranschlagt wurden, suchen wir Sponsoren und Sponsorinnen über den Kreis der Mitglieder des Vereins Elikia hinaus.

Sollte der Betrag für den Brunnen nicht aufgebracht werden, so ist die Errichtung einer Zisterne für Brauchwasser, das ebenfalls dringend benötigt wird, geplant. Die Kosten für die Zisterne betragen gut USD 20.000.-, die Grabarbeiten würden von der Dorfgemeinschaft als Eigenleistung vorgenommen.

Seit März 2022 sind Spenden an den Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ steuerlich absetzbar. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, den Brunnen zu realisieren!

Der Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ wurde gegründet, um die mit Hermine Moser in Kontakt stehenden Kooperativen im Kongo in ihrem Engagement zu unterstützen. Hermine Moser verbringt seit 2013 jährlich 4 Wochen im Kongo, um die Kooperativen und die Projekte zu besuchen und Gesundheitsschulungen vor allem für Frauen zu leiten.

Wie es begann

Wie es begann

Es begann 2013 mit einem Auftrag der Caritas Auslandshilfe. Den Verein Elikia – Hoffnung für den Kongo haben wir 2018 gegründet. Die Arbeit begann aber schon fünf Jahre früher.

Im Auftrag der Caritas-Auslandshilfe-Oberösterreich war ich als ehrenamtliche Expertin von November 2013 bis Jänner 2014 erstmals in der Demokratischen Republik Kongo, in der Hauptstadt Kinshasa.

Meine Aufgabe war, die Pflege- und Betreuungsstruktur in einem von der Diözese Kinshasa betriebenen Altenheim, das mit Mitteln der oö. „Freunde der Caritas“ baulich saniert worden war, zu evaluieren und weiterzuentwickeln und das Personal zu schulen. Für diese Aufgabe wurde ich angesprochen, weil ich bis zu meiner Pensionierung 2013 als Pflegelehrerin im Ausbildungszentrum der Caritas in Linz, und freiberuflich in der Erwachsenenbildung im Gesundheitsbereich gearbeitet hatte.

In den drei Monaten in Kinshasa schulte ich schließlich in zwei parallel laufenden Zyklen die MitarbeiterInnen aus sechs privaten und staatlichen Altenheimen.

Weitere Schulungsarbeit und Kontakt-Aufnahmen

Für besonders interessierte TeilnehmerInnen und weitere Personen bot ich zusätzlich eine Schulung in „Reflexologie“ (Fuß-Reflexzonen-Massage) an. Die Gesundheitsversorgung ist im Kongo kostenpflichtig, und ich wollte ein Werkzeug für gesundheitliche Selbsthilfe zur Hand geben.

Daneben knüpfte ich vielfältige Kontakte. Beispielsweise traf ich damals die „Witwen und Waisen“, Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Osten des Kongo, deren Unterstützung ein Teilprojekt von Elikia wurde. Ich lernte auch den Präsidenten der Plattform « CAD – Collective des Associations pour le Développement », und insbesondere den Sozialverein « CRPDM » mit Sitz in Kinshasa kennen. Die Plattform CAD ist ein Zusammenschluss verschiedenster zivilgesellschaftlicher Vereine in Kinshasa und Umgebung, welche als Antwort auf die vorhandene Not von engagierten Menschen gegründet wurden. Der Verein CRPDM betreibt eine Kinderkrippe (« Crêche »), kümmert sich um Kinder, Mädchen und Frauen, welche sexualisierte Gewalt erleiden mussten, und betreibt zur Finanzierung der Sozialarbeit eine Farm.

Zurück in Österreich

Ich bemühte mich privat um die Unterstützung der Witwen und Waisen und des Ernährungsprogramms von CRPDM. Einen weiteren Aufenthalt im Kongo schloss ich nicht aus, sah aber keinen Anlass, einen zu planen. Mit besonders interessierten Teilnehmenden der Schulungen blieb ich in losem Kontakt, beispielsweise mit Madame Solange Labila, die sich aktiv um das Weiterführen der Reflexologie bemühte und die mich bei meinen kommenden Aufenthalten immer begleitete, und mit dem Vorsitzenden von CAD, Monsieur Claude Kuzwela.

Aufenthalt 2016

Claude Kuzwela bewog mich zu meinem Besuch im Kongo im Februar 2016. Er hatte mich um Hilfe für Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt erlitten haben, gebeten. Ich entwickelte ein Schulungsprogramm speziell für diese Zielgruppe, siehe https://elikia.at/wo-liegt-die-relevanz-meiner-schulungen-fuer-die-menschen-im-kongo/.

Viele der SchulungsteilnehmerInnen von 2013/14 kamen zu dieser Schulung und brachten auch ihre Expertisen ein. Eine Ärztin konnte den Frauen und Mädchen bei gesundheitlichen Problemen zur Seite stehen. Gemeinsam erweiterten wir die Schulung um den Aspekt der Stärkung des Beckenbodens und um das Thema Sexualität.

Daneben vertiefte ich mit Solange Labila und anderen ihre Kenntnisse in Reflexologie und in Kinaesthetics. Ziel war, sich ein eigenes existentielles Standbein zu schaffen, und diese Form der Gesundheitsvorsorge- und Stärkung in Schulungen weiterzugeben.

Ich dachte immer noch nicht an weitere Aufenthalte und an ein weiterführendes Engagement.

Aufenthalt 2018

Claude Kuzwela hatte eine Reise zu den verschiedenen Mitglieds-Sozialvereinen von CAD in den Provinzen Bascongo und Bandundu zusammengestellt. Wir waren als Team von fünf Personen im Landesinneren in Sammeltaxis und mit Öffis, soweit vorhanden, unterwegs, um an den unterschiedlichen Orten Unterstützungsbedarf und Unterstützungsmöglichkeiten zu erkunden und Schulungen zu halten.

Gründung des Vereins „Elikia – Hoffnung für den Kongo“

Nach diesem Aufenthalt war mir klar, dass eine sinnvolle Weiterarbeit die Unterstützung durch einen offiziellen Verein in Österreich erfordert. Die Gründung von Elikia erfolgte im Herbst 2018.

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsschulungen

Die Schulungstätigkeit an allen Standorten steht bei meinen jährlichen einmonatigen Aufenthalten an erster Stelle. Durch sie komme ich mit so vielen Personen aus unterschiedlichen Milieus in Kontakt und es ereignet sich viel gegenseitiges Lernen. Die Schulungen richten sich an Familien, insbesondere an Frauen und Mädchen, mit den Schwerpunkten Reflexologie, Körper- und Bewegungswahrnehmung und Beckenboden-Training. Obwohl Männer als Zielgruppe nicht direkt angesprochen sind, sind durchschnittlich ein Viertel bis ein Drittel Männer und Burschen bei den Schulungen dabei.

Jede Schulung hat ihre Struktur, sie ist aber immer offen für die Fragen und speziellen Anliegen der Teilnehmenden. Als besonders wertvoll ich erachte ich, wenn die Teilnehmenden untereinander ins Gespräch kommen und ihre oft divergierenden Sichtweisen austauschen. Beispielsweise, wenn es um männliche und weibliche Rollenbilder geht. Oder um Fragen zu Sexualität und sexueller Orientierung. Um das Gespräch in der Familie, um Kindererziehung …

Auf manche dringenden Nöte gelingt es, auch in Zusammenarbeit mit den Partnerinnen vor Ort, direkt zu reagieren. Immer habe ich Verbandmaterial und Propolis-Creme aus eigener Produktion dabei.

Foto: Gesundheitsschulung in Kimbanseke, in Schule der Don-Bosco-Schwestern.
Schulung in Masimanimba 2021
Schulung in Masimanimba 2021

Artemisia Annua implementieren

Malaria ist die große Geisel im gesamten südlichen Afrika. Das Leid, das durch Malaria verursacht wird, ist auch im Kongo unermesslich.

Durch den Film Das Fieber | Ein Film von Katharina Weingartner wurde ich auf die Heilwirkung des Einjährigen Beifuß, botanischer Name Artemisia Annua, aufmerksam. Meine eigene Malaria Erkrankung im März 2020 hatte mich zusätzlich sensibilisiert. Langfristiges Ziel ist, diese Heilpflanze einem möglichst großen Teil der kongolesischen Bevölkerung (wieder) als Vorbeugungs- und Heilmittel bei Malaria bekannt zu machen.

Jede Familie soll, wenn möglich, im eigenen Umfeld eine Artemisia Pflanze haben und diese direkt nutzen können. Artemisia wächst auch in einem entsprechend großen Topf beziehungsweise in einer der gebräuchlichen Einkaufstaschen aus gewebtem Kunststoff, für die Familien in den Städten und Slums, die kein Stückchen Erde um sich haben.

2021 hatte ich Artemisia Tee und Samen dabei, und vor Ort konnte ich Artemisia Pflanzen in einem botanischen Garten der Don Bosco Salesianer außerhalb von Kinshasa erwerben und an Projektpartnerinnen verteilen. Die Schulungen erweiterte ich um das Thema Malaria und um die Bedeutung von Artemisia Annua zur Vorbeugung und Behandlung.

Artemisia annua Pflanzung
Einwässern
Schutz vor Tieren

Errichtung eines Reflexologie-Zentrums in Kinshasa

Fuß-Reflexzonen-Massage ist ein wichtiger Inhalt in den Gesundheitsschulungen. Sie ist ein Werkzeug, um bei verschiedensten Beschwerden sich selbst und den Familienmitgliedern zu helfen. Dies ist in einem Land, wo Gesundheitsleistungen kostenpflichtig sind, eine große Hilfe zur Selbsthilfe.

Solange Labila, meine Mitarbeiterin und Assistentin, ist aus eigener Initiative dabei, einen Ort zu schaffen, an dem Fuß-Reflexzonen-Massage und andere Formen der Gesundheitsförderung professionell angeboten werden. Sie kann in all den Zeiten, die ich nicht vor Ort bin, mit weiteren gut Ausgebildeten eine Anlaufstelle für Interessierte bilden und so für Kontinuität sorgen. Für mich selbst ist es hilfreich, einen Arbeitsort zu haben, wenn ich in Kinshasa bin. Das Projekt benötigt eine Anschub-Finanzierung und sollte sich in der Folge selbst erhalten.

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène ist eine Privatschule in der Demokratischen Republik Kongo, in Sangamamba am Stadtrand der Hauptstadt Kinshasa.

Kinder von vier bis achtzehn Jahren (Maternelle, Primaire, Secondaire) werden dort unterrichtet.

Auf Grund schlimmster politischer Verwerfungen hatte sich der Staat in den 1990er Jahren fast vollständig aus der Finanzierung des Bildungswesens zurückgezogen. Schulen mussten fortan Elternbeiträge einheben, um weiter bestehen zu können.

Dem Direktor von St. Hélène, M. John Tshimanga, und dem Coordinateur M. Denis Lelo, war es immer ein Anliegen gewesen, kein Kind auf Grund von Armut aus der Schule auszuschließen. Für diese Kinder, die oft nur einen Elternteil haben, oder bei mittellosen Großeltern leben, baten sie mich, als wir uns 2018 kennenlernten, um Unterstützung.

Hauptsächlich durch den Erlös der Kalenderprojekte vom Freistädter Künstler Rudi Prinz Galerie, Kalender 2021 (rudolfprinz.at) war es möglich gewesen, diese fehlenden Elternbeiträge beizusteuern, sodass die Schule gerade so über die Runden kam.

Lagebesprechung St. Hélène
Lagebesprechung St. Hélène im Sommer 2021

Durch die Pandemie hatte sich die wirtschaftliche Lage gravierend verschlechtert. Viele Familien verelendeten und konnten die Schulgebühren nicht mehr aufbringen.

Ohne diese Beiträge ist St. Hélène in ihrem Bestehen gefährdet. Die Lehrenden können nicht endlos auf ihre sehr geringen Gehälter verzichten, der Vermieter des Geländes will die Miete von 400 Dollar nicht mehr länger stunden.

Im Fall einer Schulschließung würden hunderte Kinder ihre vertraute Schule, und über dreißig Lehrerinnen und Lehrer ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Schule St. Hélène benötigt monatlich zumindest € 1.000.-, um halbwegs durchzukommen. Wir suchen 30-50 Personen, die bereit sind, monatlich € 30.- bis 50.- zu überweisen.

Wer ist dankbar für die erhaltene Bildung, verdient einigermaßen gut und kann sich vorstellen, die Schule über ein paar Jahre regelmäßig zu unterstützen?

P.S. Wenn Sie bereit sind, dem Verein Elikia mit 15.- Euro jährlich als ordentliches Mitglied beizutreten, dann können Sie das Vereinsgeschehen mitbestimmen und erhalten regelmäßige Projekt-Nachrichten.

Gern können Sie aber auch nur den Newsletter abonnieren.

Gruppe auf der Farm

Informations-Abend 13.10.2021

Gesundheits- und Sozialarbeit im Kongo
Helfen unter schwierigsten Bedingungen

Hermine Moser berichtet von ihrem Arbeitsaufenthalt im Sommer 2021

Mittwoch, 13.10.2021, 19:00 Uhr, Pfarrhof Freistadt

Für die Veranstaltung gelten die aktuellen Covid19-Regeln (3G)

Um 18:30 findet die Mitgliederversammlung des Vereins Elikia statt.

Auf dem Weg in den Kongo, 2021

Auf dem Weg in den Kongo, 2021

Ich bin auf dem Weg in den Kongo, am 10. 8. um die Mittagszeit werde ich in Kinshasa ankommen. Ich reise gemeinsam mit Schwester Hildegard Litzlhammer, die wegen ihrer Gesundheit einige Wochen in Österreich war.

Projekte

Alle meine Vorhaben, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe, sind unverändert. Ein Vorhaben ist dazu gekommen, nämlich das Bekanntmachen von Artemisia Annua, dem einjährigen Beifuß.

Artemisia annua

Durch den Dokumentarfilm „Das Fieber“ von der österreichischen Regisseurin Katharina Weingartner bin ich auf Heilwirkung bei Malaria aufmerksam geworden. Das Fieber | Ein Film von Katharina Weingartner

Ich habe Artemisia Samen und ein Kilo Artemisia Tee im Gepäck. Das Ziel ist, Artemisia auf den Farmen auszusäen (auf der Farm von Madame Florence, und auch die Don Bosco Schwestern haben ein Stück Land), und später die Pflanzen, wenn sie groß genug sind, in Blumentöpfen an die einzelnen Haushalte weiterzugeben, mit der entsprechenden Gesundheitsbildung. Natürlich habe ich auch Bücher über Artemisia in französischer Sprache dabei.

Dieses Projekt erscheint mir sehr wichtig. Malaria schafft so viel Leid. Auf die üblicherweise verschriebenen Medikamente sind viele Menschen resistent. Vor allem Kinder sterben an Malaria, auch weil die Eltern die Medikamente oft nicht bezahlen können.

schwierige Reisesituation

Wieviel ich dieses Mal reisen kann, werde ich sehen. Für den Kongo gilt die Reisewarnung Stufe 5, auch für den Großraum Kinshasa. Von der österreichischen Botschaft in Nairobi, die auch für den Kongo zuständig ist, habe ich wieder ein Empfehlungsschreiben bekommen. Das ist bei Begegnungen mit manchen Autoritäten und vor allem bei Straßensperren hilfreich.

Projektfotos

Das Video zeigt den Weg zur Farm von Mme Florence. In der Regenzeit auch für Vierradantrieb Autos unpassierbar. M. Urbain, Florences Ehemann, geht von der Hauptstraße zu Fuß, circa 35 km.

Die Fotos zeigen das kleine Häuschen für die alleinstehende Mutter mit ihren zwei Kindern auf der Farm von Mme Florence, und das nagelneue Motorrad.

Das von Elikía finanzierte Motorrad für den Transport der Ernte.
Das Häuschen von Kelly, der Alleinerziehenden Mutter und ihren zwei Kindern
Eine Frau sammelt Holz
Treffen der Farmer für die Werkzeuge wie Schaufeln, Harken etc., die von Elikia gespendet wurden.
Meine nächste Reise in den Kongo

Meine nächste Reise in den Kongo

Ich plane meine nächste Reise in den Kongo von Mitte August bis Mitte September, am Ende der Trockenzeit, wo Temperatur und Luftfeuchtigkeit noch ganz gut erträglich sind. In dieser Zeit des Jahres war ich noch nie im Kongo. Mal sehen, wie es wirklich wird – wie trocken oder doch wie schwül.

Folgende Aufgaben sehe ich vor mir

Reise nach Masi Manimba zum Ernährungs-Projekt von Madame Pauline Velo. Im Newsletter vom 16. Februar habe ich darüber berichtet. Das Projekt wurde einstweilen mit 2000 Dollar unterstützt. Mme. Pauline konnte den Betrag über Western Union in Empfang nehmen, als sie in Kinshasa weilte. Obwohl Masi Manimba gut 30000 Einwohnern hat und über eine Nationalstraße mit Kinshasa verbunden ist, gibt es dort keine WU Agentur.

Besuch der Farm des Vereins CRPDM von Madame Florence Ngunga auf dem Plateau von Bateke. Hier möchte ich nachschauen, wie manche Bauvorhaben realisiert wurden und wie das von Elikia finanzierte Motorrad zum Einsatz kommt.

Besuch der Schule St. Hélène und Besprechung mit dem Team über die Zukunft der Schule. Wie schon berichtet, sind die finanziellen Ressourcen weggebrochen und die Schule wird immer mehr abhängig von der Unterstützung durch Elikia. Wenn sich beispielsweise 30 Personen finden würden, die monatlich 30 Euro für die Schule spenden wollen, dann wäre eine langfristige Unterstützungs-Zusage möglich. Könnte sich jemand vorstellen, um Spenden auch über unseren Elikia-Kreis hinaus zu werben?

Gesundheitsschulungen an allen genannten Orten werden wie immer den Schwerpunkt meiner Arbeit bilden.

Ich möchte auch Zeit mit den jungen Leuten und Kindern, die ich unterstütze, verbringen. Mit ihnen spielen, plaudern, lernen, malen, vielleicht Ausflüge machen.

Bericht über die Witwen und Waisen

Die drei elternlosen Schwestern Dada, Furaha und Princess leben seit Oktober 2020 im Kinderhaus der Don Bosco Schwester Hildegard Litzlhammer in Kimbanseke. Sie können dort die Nachholschule besuchen und nach insgesamt drei Jahren einen Schulabschluss erwerben.
Deren ältere Schwester Rosette absolviert eine zweijährige Ausbildung in Kindergartenpädagogik bei den Don Bosco Schwestern im Café Mozart in Gombe.

Der Bruder Sagesse lebt weiterhin bei Fifi Bora.

Madame Fifi Bora, mit der gemeinsam ich mich um die Frauen und Kinder kümmere, betreibt jetzt ein Restaurant in einer Gegend, die Einnahmen verspricht. Dies ermöglicht ihr, manche kurzfristigen Bedürfnisse der genannten Kinder zu erfüllen, wie Schulsachen oder Kleidung, sodass ich nicht allzu häufig über Western Union aushelfen muss.

Das Leben der fünf Geschwister in Kinshasa läuft in guten Bahnen, gottseidank.

Dies gilt für die Familien im Osten leider gar nicht! Der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo in der Nähe von Goma vor gut einem Monat hat großes Unheil angerichtet und viel Leid gebracht. Siehe Link.

Tausende fliehen aus Goma aus Angst vor Vulkanausbruch – ZDFheute

Ich möchte besonders von Maman Dorcas Riziki erzählen. Sie konnte durch eine Spende  die dringend notwendige Brustkrebs Operation im Nachbarland Burundi bekommen. Genau an dem Tag, als sie nach monatelanger Behandlung nach Goma zurück gekehrt war, brach am Abend der Vulkan aus und sie musste mit ihren Kindern und der Familie ihres Bruders fliehen. Mit bei der Flucht war auch Maman Baderha, die frühere Pflegemutter der Geschwister, die jetzt in Kinshasa sind. Auf der Flucht gerieten sie in die „Zone Rouge“, das heißt in ein Rebellen-Gebiet. Siehe Link, der Beitrag beschreibt einen Gewaltausbruch, der es in westliche Medien schaffte. Es kommt im Osten des Kongo ständig zu schlimmen und grausamen Übergriffen.

Massaker im Ostkongo: Mindestens 70 Tote bei Überfall – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

Die Familien hielten Kontakt zu Fifi Bora, und die hielt mich am laufenden. Zuerst ging es um Reisegeld, um die akute Gefahrenzone verlassen zu können. Die Menschen mussten sich in Bananenfeldern verstecken, weil besonders nachts getötet wurde. „Wir leben hier in einer menschlichen Schlächterei“, ließen sie mir ausrichten.
Das Zuhause von Dorcas´ Bruder in Goma war von der Lava zerstört worden. Er will sich mit seiner Familie in der Region um Kisangani ansiedeln, wo er sich ein sicheres Leben verspricht.

Maman Baderhas Haus steht noch, aber es war geplündert worden. Sie will mit ihren Kindern zurück nach Goma, braucht aber Hilfe, um alles Notwendige wieder anzuschaffen.

Dorcas, die durch ihre Krebserkrankung viel durchgemacht hatte, erscheint völlig traumatisiert. Maman Fifi will sie und ihre zwei Kindern zu sich nach Kinshasa holen und einstweilen bei sich aufnehmen. Der nötige Betrag für drei Flugtickets Goma-Kinshasa und die Covid Tests ist schon überwiesen.