Brunnenprojekt Balimo im Kongo

Brunnenprojekt Balimo im Kongo

„2020 war ich das erste Mal im Dorf Balimo, gut 100 km südöstlich der Hauptstadt Kinshasa auf dem Plateau von Bateke gelegen, um Gesundheitsschulungen für die in der Kooperative CRPDEM zusammengeschlossenen Frauen von Balimo zu halten. Ich war im Februar in der Regenzeit dort, und das Problem der Wasserknappheit war nicht so drängend präsent.

Mein zweiter Aufenthalt war in der Trockenzeit im August 2021. Mit dem Jeep fuhren wir über Buschwege 12 km zu einem Tümpel, um dort Brauchwasser zu holen. Das Trinkwasser ist doppelt so weit entfernt an einer Quelle, am Fuß eines steilen Abhangs gelegen. Normalerweise steht kein Fahrzeug zur Verfügung, und die Menschen müssen das lebensnotwendige Wasser  in 20 Liter Kanistern in stundenlangen Fußmärschen transportieren.“

Ein eigener Brunnen, welcher Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht, ist der dringendste und existentiellste Wunsch der Menschen in dieser Region.

Durch sauberes Wasser vor Ort können Wurm- und Parasitenbefall und Infektionskrankheiten vermieden werden, an denen vor allem Kinder häufig leiden. So viel wertvolle Zeit stünde für andere Arbeiten sinnvoll zur Verfügung. Die Wartung des Brunnens kann von in Balimo lebenden Menschen vorgenommen werden.

„Es ist mein großer Wunsch, dieser engagierten Dorfgemeinschaft von etwa 500 Menschen durch die Finanzierung eines Brunnens zu helfen.“

Für die über USD 60.000.- , die für die Errichtung veranschlagt wurden, suchen wir Sponsoren und Sponsorinnen über den Kreis der Mitglieder des Vereins Elikia hinaus.

Sollte der Betrag für den Brunnen nicht aufgebracht werden, so ist die Errichtung einer Zisterne für Brauchwasser, das ebenfalls dringend benötigt wird, geplant. Die Kosten für die Zisterne betragen gut USD 20.000.-, die Grabarbeiten würden von der Dorfgemeinschaft als Eigenleistung vorgenommen.

Seit März 2022 sind Spenden an den Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ steuerlich absetzbar. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, den Brunnen zu realisieren!

Der Verein „Elikia – Hoffnung für den Kongo“ wurde gegründet, um die mit Hermine Moser in Kontakt stehenden Kooperativen im Kongo in ihrem Engagement zu unterstützen. Hermine Moser verbringt seit 2013 jährlich 4 Wochen im Kongo, um die Kooperativen und die Projekte zu besuchen und Gesundheitsschulungen vor allem für Frauen zu leiten.

Wie es begann

Wie es begann

Es begann 2013 mit einem Auftrag der Caritas Auslandshilfe. Den Verein Elikia – Hoffnung für den Kongo haben wir 2018 gegründet. Die Arbeit begann aber schon fünf Jahre früher.

Im Auftrag der Caritas-Auslandshilfe-Oberösterreich war ich als ehrenamtliche Expertin von November 2013 bis Jänner 2014 erstmals in der Demokratischen Republik Kongo, in der Hauptstadt Kinshasa.

Meine Aufgabe war, die Pflege- und Betreuungsstruktur in einem von der Diözese Kinshasa betriebenen Altenheim, das mit Mitteln der oö. „Freunde der Caritas“ baulich saniert worden war, zu evaluieren und weiterzuentwickeln und das Personal zu schulen. Für diese Aufgabe wurde ich angesprochen, weil ich bis zu meiner Pensionierung 2013 als Pflegelehrerin im Ausbildungszentrum der Caritas in Linz, und freiberuflich in der Erwachsenenbildung im Gesundheitsbereich gearbeitet hatte.

In den drei Monaten in Kinshasa schulte ich schließlich in zwei parallel laufenden Zyklen die MitarbeiterInnen aus sechs privaten und staatlichen Altenheimen.

Weitere Schulungsarbeit und Kontakt-Aufnahmen

Für besonders interessierte TeilnehmerInnen und weitere Personen bot ich zusätzlich eine Schulung in „Reflexologie“ (Fuß-Reflexzonen-Massage) an. Die Gesundheitsversorgung ist im Kongo kostenpflichtig, und ich wollte ein Werkzeug für gesundheitliche Selbsthilfe zur Hand geben.

Daneben knüpfte ich vielfältige Kontakte. Beispielsweise traf ich damals die „Witwen und Waisen“, Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Osten des Kongo, deren Unterstützung ein Teilprojekt von Elikia wurde. Ich lernte auch den Präsidenten der Plattform « CAD – Collective des Associations pour le Développement », und insbesondere den Sozialverein « CRPDM » mit Sitz in Kinshasa kennen. Die Plattform CAD ist ein Zusammenschluss verschiedenster zivilgesellschaftlicher Vereine in Kinshasa und Umgebung, welche als Antwort auf die vorhandene Not von engagierten Menschen gegründet wurden. Der Verein CRPDM betreibt eine Kinderkrippe (« Crêche »), kümmert sich um Kinder, Mädchen und Frauen, welche sexualisierte Gewalt erleiden mussten, und betreibt zur Finanzierung der Sozialarbeit eine Farm.

Zurück in Österreich

Ich bemühte mich privat um die Unterstützung der Witwen und Waisen und des Ernährungsprogramms von CRPDM. Einen weiteren Aufenthalt im Kongo schloss ich nicht aus, sah aber keinen Anlass, einen zu planen. Mit besonders interessierten Teilnehmenden der Schulungen blieb ich in losem Kontakt, beispielsweise mit Madame Solange Labila, die sich aktiv um das Weiterführen der Reflexologie bemühte und die mich bei meinen kommenden Aufenthalten immer begleitete, und mit dem Vorsitzenden von CAD, Monsieur Claude Kuzwela.

Aufenthalt 2016

Claude Kuzwela bewog mich zu meinem Besuch im Kongo im Februar 2016. Er hatte mich um Hilfe für Mädchen und Frauen, die sexualisierte Gewalt erlitten haben, gebeten. Ich entwickelte ein Schulungsprogramm speziell für diese Zielgruppe, siehe https://elikia.at/wo-liegt-die-relevanz-meiner-schulungen-fuer-die-menschen-im-kongo/.

Viele der SchulungsteilnehmerInnen von 2013/14 kamen zu dieser Schulung und brachten auch ihre Expertisen ein. Eine Ärztin konnte den Frauen und Mädchen bei gesundheitlichen Problemen zur Seite stehen. Gemeinsam erweiterten wir die Schulung um den Aspekt der Stärkung des Beckenbodens und um das Thema Sexualität.

Daneben vertiefte ich mit Solange Labila und anderen ihre Kenntnisse in Reflexologie und in Kinaesthetics. Ziel war, sich ein eigenes existentielles Standbein zu schaffen, und diese Form der Gesundheitsvorsorge- und Stärkung in Schulungen weiterzugeben.

Ich dachte immer noch nicht an weitere Aufenthalte und an ein weiterführendes Engagement.

Aufenthalt 2018

Claude Kuzwela hatte eine Reise zu den verschiedenen Mitglieds-Sozialvereinen von CAD in den Provinzen Bascongo und Bandundu zusammengestellt. Wir waren als Team von fünf Personen im Landesinneren in Sammeltaxis und mit Öffis, soweit vorhanden, unterwegs, um an den unterschiedlichen Orten Unterstützungsbedarf und Unterstützungsmöglichkeiten zu erkunden und Schulungen zu halten.

Gründung des Vereins „Elikia – Hoffnung für den Kongo“

Nach diesem Aufenthalt war mir klar, dass eine sinnvolle Weiterarbeit die Unterstützung durch einen offiziellen Verein in Österreich erfordert. Die Gründung von Elikia erfolgte im Herbst 2018.

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsarbeit

Gesundheitsschulungen

Die Schulungstätigkeit an allen Standorten steht bei meinen jährlichen einmonatigen Aufenthalten an erster Stelle. Durch sie komme ich mit so vielen Personen aus unterschiedlichen Milieus in Kontakt und es ereignet sich viel gegenseitiges Lernen. Die Schulungen richten sich an Familien, insbesondere an Frauen und Mädchen, mit den Schwerpunkten Reflexologie, Körper- und Bewegungswahrnehmung und Beckenboden-Training. Obwohl Männer als Zielgruppe nicht direkt angesprochen sind, sind durchschnittlich ein Viertel bis ein Drittel Männer und Burschen bei den Schulungen dabei.

Jede Schulung hat ihre Struktur, sie ist aber immer offen für die Fragen und speziellen Anliegen der Teilnehmenden. Als besonders wertvoll ich erachte ich, wenn die Teilnehmenden untereinander ins Gespräch kommen und ihre oft divergierenden Sichtweisen austauschen. Beispielsweise, wenn es um männliche und weibliche Rollenbilder geht. Oder um Fragen zu Sexualität und sexueller Orientierung. Um das Gespräch in der Familie, um Kindererziehung …

Auf manche dringenden Nöte gelingt es, auch in Zusammenarbeit mit den Partnerinnen vor Ort, direkt zu reagieren. Immer habe ich Verbandmaterial und Propolis-Creme aus eigener Produktion dabei.

Foto: Gesundheitsschulung in Kimbanseke, in Schule der Don-Bosco-Schwestern.
Schulung in Masimanimba 2021
Schulung in Masimanimba 2021

Artemisia Annua implementieren

Malaria ist die große Geisel im gesamten südlichen Afrika. Das Leid, das durch Malaria verursacht wird, ist auch im Kongo unermesslich.

Durch den Film Das Fieber | Ein Film von Katharina Weingartner wurde ich auf die Heilwirkung des Einjährigen Beifuß, botanischer Name Artemisia Annua, aufmerksam. Meine eigene Malaria Erkrankung im März 2020 hatte mich zusätzlich sensibilisiert. Langfristiges Ziel ist, diese Heilpflanze einem möglichst großen Teil der kongolesischen Bevölkerung (wieder) als Vorbeugungs- und Heilmittel bei Malaria bekannt zu machen.

Jede Familie soll, wenn möglich, im eigenen Umfeld eine Artemisia Pflanze haben und diese direkt nutzen können. Artemisia wächst auch in einem entsprechend großen Topf beziehungsweise in einer der gebräuchlichen Einkaufstaschen aus gewebtem Kunststoff, für die Familien in den Städten und Slums, die kein Stückchen Erde um sich haben.

2021 hatte ich Artemisia Tee und Samen dabei, und vor Ort konnte ich Artemisia Pflanzen in einem botanischen Garten der Don Bosco Salesianer außerhalb von Kinshasa erwerben und an Projektpartnerinnen verteilen. Die Schulungen erweiterte ich um das Thema Malaria und um die Bedeutung von Artemisia Annua zur Vorbeugung und Behandlung.

Artemisia annua Pflanzung
Einwässern
Schutz vor Tieren

Errichtung eines Reflexologie-Zentrums in Kinshasa

Fuß-Reflexzonen-Massage ist ein wichtiger Inhalt in den Gesundheitsschulungen. Sie ist ein Werkzeug, um bei verschiedensten Beschwerden sich selbst und den Familienmitgliedern zu helfen. Dies ist in einem Land, wo Gesundheitsleistungen kostenpflichtig sind, eine große Hilfe zur Selbsthilfe.

Solange Labila, meine Mitarbeiterin und Assistentin, ist aus eigener Initiative dabei, einen Ort zu schaffen, an dem Fuß-Reflexzonen-Massage und andere Formen der Gesundheitsförderung professionell angeboten werden. Sie kann in all den Zeiten, die ich nicht vor Ort bin, mit weiteren gut Ausgebildeten eine Anlaufstelle für Interessierte bilden und so für Kontinuität sorgen. Für mich selbst ist es hilfreich, einen Arbeitsort zu haben, wenn ich in Kinshasa bin. Das Projekt benötigt eine Anschub-Finanzierung und sollte sich in der Folge selbst erhalten.

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène soll weiter bestehen

Die Schule St. Hélène ist eine Privatschule in der Demokratischen Republik Kongo, in Sangamamba am Stadtrand der Hauptstadt Kinshasa.

Kinder von vier bis achtzehn Jahren (Maternelle, Primaire, Secondaire) werden dort unterrichtet.

Auf Grund schlimmster politischer Verwerfungen hatte sich der Staat in den 1990er Jahren fast vollständig aus der Finanzierung des Bildungswesens zurückgezogen. Schulen mussten fortan Elternbeiträge einheben, um weiter bestehen zu können.

Dem Direktor von St. Hélène, M. John Tshimanga, und dem Coordinateur M. Denis Lelo, war es immer ein Anliegen gewesen, kein Kind auf Grund von Armut aus der Schule auszuschließen. Für diese Kinder, die oft nur einen Elternteil haben, oder bei mittellosen Großeltern leben, baten sie mich, als wir uns 2018 kennenlernten, um Unterstützung.

Hauptsächlich durch den Erlös der Kalenderprojekte vom Freistädter Künstler Rudi Prinz Galerie, Kalender 2021 (rudolfprinz.at) war es möglich gewesen, diese fehlenden Elternbeiträge beizusteuern, sodass die Schule gerade so über die Runden kam.

Lagebesprechung St. Hélène
Lagebesprechung St. Hélène im Sommer 2021

Durch die Pandemie hatte sich die wirtschaftliche Lage gravierend verschlechtert. Viele Familien verelendeten und konnten die Schulgebühren nicht mehr aufbringen.

Ohne diese Beiträge ist St. Hélène in ihrem Bestehen gefährdet. Die Lehrenden können nicht endlos auf ihre sehr geringen Gehälter verzichten, der Vermieter des Geländes will die Miete von 400 Dollar nicht mehr länger stunden.

Im Fall einer Schulschließung würden hunderte Kinder ihre vertraute Schule, und über dreißig Lehrerinnen und Lehrer ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Schule St. Hélène benötigt monatlich zumindest € 1.000.-, um halbwegs durchzukommen. Wir suchen 30-50 Personen, die bereit sind, monatlich € 30.- bis 50.- zu überweisen.

Wer ist dankbar für die erhaltene Bildung, verdient einigermaßen gut und kann sich vorstellen, die Schule über ein paar Jahre regelmäßig zu unterstützen?

P.S. Wenn Sie bereit sind, dem Verein Elikia mit 15.- Euro jährlich als ordentliches Mitglied beizutreten, dann können Sie das Vereinsgeschehen mitbestimmen und erhalten regelmäßige Projekt-Nachrichten.

Gern können Sie aber auch nur den Newsletter abonnieren.

Gruppe auf der Farm

Informations-Abend 13.10.2021

Gesundheits- und Sozialarbeit im Kongo
Helfen unter schwierigsten Bedingungen

Hermine Moser berichtet von ihrem Arbeitsaufenthalt im Sommer 2021

Mittwoch, 13.10.2021, 19:00 Uhr, Pfarrhof Freistadt

Für die Veranstaltung gelten die aktuellen Covid19-Regeln (3G)

Um 18:30 findet die Mitgliederversammlung des Vereins Elikia statt.

Auf dem Weg in den Kongo, 2021

Auf dem Weg in den Kongo, 2021

Ich bin auf dem Weg in den Kongo, am 10. 8. um die Mittagszeit werde ich in Kinshasa ankommen. Ich reise gemeinsam mit Schwester Hildegard Litzlhammer, die wegen ihrer Gesundheit einige Wochen in Österreich war.

Projekte

Alle meine Vorhaben, die ich im letzten Beitrag beschrieben habe, sind unverändert. Ein Vorhaben ist dazu gekommen, nämlich das Bekanntmachen von Artemisia Annua, dem einjährigen Beifuß.

Artemisia annua

Durch den Dokumentarfilm „Das Fieber“ von der österreichischen Regisseurin Katharina Weingartner bin ich auf Heilwirkung bei Malaria aufmerksam geworden. Das Fieber | Ein Film von Katharina Weingartner

Ich habe Artemisia Samen und ein Kilo Artemisia Tee im Gepäck. Das Ziel ist, Artemisia auf den Farmen auszusäen (auf der Farm von Madame Florence, und auch die Don Bosco Schwestern haben ein Stück Land), und später die Pflanzen, wenn sie groß genug sind, in Blumentöpfen an die einzelnen Haushalte weiterzugeben, mit der entsprechenden Gesundheitsbildung. Natürlich habe ich auch Bücher über Artemisia in französischer Sprache dabei.

Dieses Projekt erscheint mir sehr wichtig. Malaria schafft so viel Leid. Auf die üblicherweise verschriebenen Medikamente sind viele Menschen resistent. Vor allem Kinder sterben an Malaria, auch weil die Eltern die Medikamente oft nicht bezahlen können.

schwierige Reisesituation

Wieviel ich dieses Mal reisen kann, werde ich sehen. Für den Kongo gilt die Reisewarnung Stufe 5, auch für den Großraum Kinshasa. Von der österreichischen Botschaft in Nairobi, die auch für den Kongo zuständig ist, habe ich wieder ein Empfehlungsschreiben bekommen. Das ist bei Begegnungen mit manchen Autoritäten und vor allem bei Straßensperren hilfreich.

Projektfotos

Das Video zeigt den Weg zur Farm von Mme Florence. In der Regenzeit auch für Vierradantrieb Autos unpassierbar. M. Urbain, Florences Ehemann, geht von der Hauptstraße zu Fuß, circa 35 km.

Die Fotos zeigen das kleine Häuschen für die alleinstehende Mutter mit ihren zwei Kindern auf der Farm von Mme Florence, und das nagelneue Motorrad.

Das von Elikía finanzierte Motorrad für den Transport der Ernte.
Das Häuschen von Kelly, der Alleinerziehenden Mutter und ihren zwei Kindern
Eine Frau sammelt Holz
Treffen der Farmer für die Werkzeuge wie Schaufeln, Harken etc., die von Elikia gespendet wurden.
Sr. Hildegard Litzlhammers Arbeit im Kongo

Sr. Hildegard Litzlhammers Arbeit im Kongo

Seit meinem ersten Aufenthalt 2013 bin ich mit Sr. Hildegard, die schon 35 Jahre im Kongo wirkt, in Kontakt und Austausch. Sr. Hildegard ermöglicht mir, dass ich in ihrer Gemeinschaft in Kimbanseke aber auch in der Don-Bosco-Gemeinschaft im Cafe Mozart im Stadtzentrum wohnen kann. Ich erlebe die Wirksamkeit ihrer Arbeit, die ich ungemein schätze. In ihren Schulprojekten nimmt sie manchmal junge Leute auf, die ich unterstütze.

Dieses 30-minütiges Video vom Projektbesuch von Dr. Rudolf Greiner, Schärding, im Sommer 2019 in Kongo-Kinshasa bei Sr. Hildegards Projekten finde ich auch für Elikia-Interessierte sehenswert.

Das Video führt in die Hauptstadt Kinshasa und insbesondere in den Stadtteil Kimbanseke, in dem die Don-Bosco-Schwester Hildegard Litzlhammer eine große Schule aufgebaut hat. Eine abenteuerliche Reise zu einem Schulprojekt im Landesinneren zeigt weitere Aspekte der kongolesischen Lebensrealität.

Ich freue mich sehr über die Erlaubnis Dr. Greiners, dieses Video hier zeigen zu dürfen. Es ermöglicht Eindrücke und Einblicke auch über mein eigenes Unterwegs-Sein, die eine Beschreibung in Worten allein nicht geben könnte.

Projektbericht Ecole St. Hélène, Mama Fifi Bora und Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Projektbericht Ecole St. Hélène, Mama Fifi Bora und Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Ungewollt habe ich sechs Wochen keine weiteren Informationen über die Arbeit im Kongo geschickt. Der Grund dafür ist, dass ich nicht gesund zurückgekommen bin, sondern mit Malaria. Es ist das erste Mal, dass es mich „erwischt“ hatte, und ich wollte es nicht wahrhaben. Ich war dann vom 14. bis 24. März im Krankenhaus, und jetzt geht es mir wieder ziemlich gut. Ich kann sagen, dass die Corona-bedingte allgemeine Entschleunigung meinem eigenen Energielevel ganz gut entsprochen hat. So wurde mir die Erholung leichter gemacht.

Die Menschen im Kongo sind, so wie in praktisch allen Ländern Afrikas, und in allen Ländern weltweit mit schwachen Volkswirtschaften und wenig ausgeprägten Demokratien, von der Corona-Pandemie existentiell betroffen, im wörtlichen Sinn. Es geht bei allzu vielen um das nicht-Verhungern. Wer von der Hand in den Mund lebt, wer das, was unmittelbar durch Straßenverkauf und andere prekäre Beschäftigungen Erworbene, ebenso unmittelbar für Lebensmittel ausgibt, hungert und verliert längerfristig das Dach über dem Kopf, wenn diese Beschäftigungen auf Grund der Ausgangssperren verunmöglicht werden.

In der Folge ein kurzer Bericht über die Schule St. Hélène, über das Werk von Florence Ngunga, und über Fifi Bora, die sich um die fünf Kriegswaisen aus dem Osten des Kongo kümmert.

Ecole St. Hélène

Am 23. Februar hatte ich Besuch vom Direktor John Tshimanga und dem Koordinateur, bei uns würde man sagen Administrator der Schule, Denis Lelo. Ich war eigentlich entschlossen gewesen, der Schule keine weitere Unterstützung zu geben, nachdem sie Ende Dezember vom Kalender Projekt über 5000 Euro erhalten hatten. Ich meinte, wenn St. Hélène überhaupt nicht selbsterhaltungsfähig ist, dann muss die Schule eben geschlossen werden.

Die 5000 Euro waren im Wesentlichen für die bescheidenen Gehälter der Lehrerinnen und Lehrer und für die Renovierung der Schäden nach dem Erdrutsch im vergangenen November aufgegangen. Die entsprechenden Belege legten mir die beiden im Original vor.

Aber Denis und John standen schon wieder mit leeren Händen da, die Löhne der Lehrenden waren im Jänner und Februar noch ausständig. Sie erklärten mir glaubwürdig, dass St. Hélène nicht nur als Schule, sondern auch als eine Art soziales Zentrum in dieser besonders armen Gegend wichtig ist. Als Schulverantwortliche erfahren sie viel über die speziellen Nöte ihrer Schülerinnen und Schüler. Viele leben mit nur einem Elternteil, oder bei Großeltern, die so arm sind, dass sie die Kinder oft hungrig zur Schule gehen lassen müssen.

Da erinnerte ich mich an einen KBW Vortrag in Freistadt über das weltweite Projekt „Marys Meals“. https://www.marysmeals.at/

Wenn in St. Hélène alle Schulkinder täglich eine einfache warme Mahlzeit bekommen würden, würde dies die Schule enorm aufwerten, und die allergrößte Not der Kinder und Familien würde wirksam gelindert. Mit dieser Perspektive entschloss ich mich, ihnen 3000 Dollar für die Löhne der Lehrenden und andere dringende Ausgaben zu geben.

Wir vereinbarten, dass John und Denis einen Plan erstellen werden, wie und zu welchen Kosten sich so ein Basisprojekt verwirklichen ließe. Leider ist durch die Corona-Ausgangsbeschränkungen, die zur gleichen Zeit wie bei uns gestartet hatten, derzeit alles auf Eis gelegt.

Mama Fifi Bora

Mit meiner finanziellen Hilfe hatte Mama Fifi ein kleines Restaurant ganz in der Nähe ihrer Wohnung eröffnet. Genau als die Einrichtung und auch genügend Lebensmittelvorräte und die Lizenz zum Betreiben des Restaurants erworben waren, wurde das „confinement“, also die Ausgangssperre ausgerufen. Somit ist die wirtschaftliche Selbständigkeit schon wieder vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Das ist sehr frustrierend. Die drei Schwestern von Rosette und Sagesse, Dada, Furaha und Princess sind immer noch im Osten, weil ja auch die Reisemöglichkeiten gecancelt sind.

Mama Florence Ngunga – Verein CRPDM

Mama Florence war für mich immer einfach die Betreiberin der Crèche gewesen. Erst jetzt, als wir auf der Farm fünf Tage zusammen waren, erfuhr ich mehr über ihr langfristiges humanitäres Engagement für die Allerärmsten.

Schon 1996 hatte sie den Verein CRPDM (Cercle Pour la Récupération des Personnes Défavorisées et Marginalisées, = Vereinigung für die Wiederherstellung von benachteiligten und an den Rand gedrängten Personen) gegründet. Es ging und geht um die Hilfe für verstoßene und verlassene Kinder, für chronisch Kranke, Witwen, junge Mütter, Behinderte, Vergewaltigte.

CRPDM ist an insgesamt vier Orten aktiv. Der erste ist ihr eigenes Haus in Masina Pasquale, die Crèche. Am zweiten Ort, der Farm, hatte ich diesmal nachmittags Schulungen gehalten und vormittags bei der Erdnuss Ernte mitgearbeitet. 2004 hatte Florence ein Stück Land auf dem Plateau von Bateke ihrem Verein verliehen und dort die Farm aufgebaut. Einerseits bietet sie einigen Witwen sowie einer jungen Mutter mit zwei Kindern Unterkunft und Arbeit, in der Haupt-Erntezeit arbeiten dort auch Studenten, die sich ihr Studiengeld verdienen; andererseits finanziert sie mit dem Ertrag der Farm so gut es geht ihre weiteren Aktivitäten.

Leider ist Florence derzeit sehr krank. Nur wenige Tage nachdem sie das Krankenhaus, wo sie wegen Malaria behandelt worden war, verlassen hatte (ich hatte davon berichtet), musste sie wegen Lähmungserscheinungen an beiden Beinen wieder ins Krankenhaus. Nach einer MRT Untersuchung wurde ihr eine Operation an der Wirbelsäule nahegelegt. Dies wäre aber eine untragbare finanzielle Belastung. Derzeit wird sie mit Medikamenten, Physiotherapie und Reflexzonenmassage behandelt. Besserung stellt sich nur langsam ein. Das macht mir große Sorgen. Viele Projekte, die sie beispielsweise auf der Farm verwirklichen wollte, wie der Aufbau von Imkerei, ein eigener Stall samt Auslauf für die Hasenzucht und andere Investitionen, die den Ertrag steigern sollen, sowie die Erweiterung der äußerst bescheidenen Wohnmöglichkeiten für die ständig dort lebenden Personen, stehen still.

Die Kinder der Crèche, die bei ihr im Haus leben, sind traurig und eingeschüchtert. Sie wissen und fühlen, dass von Mama Florences Befinden ihre eigene Sicherheit abhängt.

Die Bilder im Anhang zeigen mich auf der Farm beim (symbolischen) Übernehmen der Dankes-Gaben am Kursende, bei der Erdnussernte in Gesellschaft des kleinen Merdi und seiner noch kleineren Schwester Dorcas, und beim Unterrichten.