Nachrichten von Elikia, April 2025

Nachrichten von Elikia, April 2025

Liebe Elikia-Unterstützerinnen und Unterstützer!

Um folgende Themen geht es in diesem Newsletter.

  • Information von der Rechnungsprüfung am 24. Februar
  • Franziskanerinnen bitten um Hilfe für ihr Heim in Goma für Kinder von vergewaltigten Frauen und Mädchen, die ihre Kinder nicht selbst aufziehen können.
  • Die Situation im Kongo
  • Einige Stimmen von Menschen vor Ort

Rechnungsprüfung und Verwendung der Mittel

Rechnungsprüfer Rudolf Sotz und Rechnungsprüferin Maria Schacherl nahmen einen detaillierten Einblick in die Eingänge (Spenden) und in die Ausgaben für die Unterstützung von Personen, Familien, und der Schule St. Helene.

Den Einnahmen von EUR 16.742,28 standen Ausgaben von EUR 18.219,35 gegenüber. Von diesem Betrag erhielt die Schule St. Helene EUR 5.825,26. Knapp EUR 11.000 gingen an bedürftige Personen, Familien, an das Sozialprojekt „Crèche“ von Florence Ngunga, und an Kriegswaisen. Hauptsächlich wurden Behandlungskosten, Schulgebühren und Nahrungsmittel finanziert. Jede Spende geht zu 100 Prozent in den Kongo.

Unterstützung eines Waisenheims in Goma

Eine neue Bitte hat mich von der Ordensschwester der Franziskanerinnen, Krystyna Olszewska, erreicht. Ich habe sie 2013 in Kinshasa kennen gelernt, wir trafen uns bei fast jedem meiner Aufenthalte und blieben in Kontakt. Neben Französisch und Polnisch spricht Schwester Krystyna auch Deutsch, weil sie früher in einer Franziskanerinnen-Gemeinschaft in Eichgraben bei Wien gelebt und gewirkt hat. Krystyna meinte beim WhatsApp-Gespräch: „Du hast so viele Kontakte, vielleicht kannst du jemanden finden, der helfen möchte“. Deshalb gebe ich ihre Bitte weiter.

Sexualisierte Gewalt wird (auch und vor allem) im Kongo als Kriegswaffe und zur Terrorisierung der Bevölkerung eingesetzt. Entsprechend werden viele Kinder von vergewaltigten Frauen und Mädchen geboren. Die Gemeinschaft der Franziskanerinnen in Goma nimmt sich dieser Kinder an. Derzeit betreuen sie um die hundert Kinder, und es werden mehr. Sie bitten um finanzielle Hilfe.

Hier sind die Kontaktdaten von Schwester Krystyna:
krystynaolszewska@gmail.com, Tel.: +243 992 584 245, +243 909778355

Im Kongo herrscht Krieg

Der Krieg im Osten des Kongo mit der Einnahme der Hauptstadt Goma und weiterer Städte und Regionen durch die von Ruanda unterstützte Miliz M23 fand mehrmals Eingang in unsere westlichen Medien.

„Ärzte ohne Grenzen“ berichtete von der katastrophalen Situation vor Ort und von der immer größeren Schwierigkeit, den vielen Verletzten und Geschändeten entsprechend zu helfen.

In der Wochenzeitung „Falter“ vom 18. 2. berichtet Raimund Löw, früherer ORF Korrespondent in Brüssel, von der bedrohlichen Lage im Kongo:

Millionen Tote, neue Kämpfe : Afrikas „Weltkrieg“ im Kongo will nicht enden

Im Zentrum des Kontinents schwelt seit Mitte der 1990er Jahre ein Konflikt, der so viele Menschenleben gefordert hat wie kaum ein anderer. Aktuell flammt er wieder auf – von der Welt weitgehend ignoriert.

Ein weiterer aktueller Bericht in der Wochenzeitung „Die Furche“ als Leitartikel von Brigitte Quint auf dem Titelplatt, enthielt Informationen, die auch mir in diesen Details neu waren:

Die tödliche Ignoranz

Die 20 Millionen Dollar EU-Militärhilfe an Ruanda und die Gier nach Coltan befeuern die Kongo-Krise. Warum Europa eine Mitschuld an diesem blutigen Konflikt in Zentralafrika trägt.

Stimmen von Personen vor Ort

Linda Mukubuzi lebt mit ihren teils erwachsenen Kindern in Bukavu, am südlichen Ufer des Kivu Sees. Derzeit ist sie auf der Flucht. Sie schreibt: … „Wir sind vor dem Krieg nach Uvira geflohen, aber wenn uns der Krieg nicht tötet, dann tötet uns hier der Hunger. Wir haben nichts zu essen, es gibt hier überhaupt keine Hilfe …

… „Es ist die beständige Unsicherheit, die uns kaputt macht. Die Rebellen der M23 sind gekommen, um die Jungen mit Gewalt zu rekrutieren, sie nahmen auch Providence (ihren 23-jährigen Sohn) mit, und bis jetzt (seit über einem Monat) habe ich nichts von ihm gehört“ …

Fifi Bora lebt in Kinshasa. Auch dort gibt es Unruhen. … „hier läuft nichts rund, die aktuelle Lage im Land ist katastrophal, wir hoffen nur auf Gottes Hilfe. … Drei Viertel des Ostens stehen unter der Kontrolle der Rebellen, die die Bevölkerung gnadenlos töten. Hier in Kinshasa kommt es zu Entführungen, und besonders unter den Gruppen, die Suaheli sprechen, werden wir in unseren Vierteln wie Komplizen der M23 behandelt. Wir wissen nicht, ob ein Völkermord gegen uns vorbereitet wird. Diejenigen, die Geld haben, bringen ihre Familien nach Brazzaville, Kenia, Europa“ …

Denis Lelo, der Direktor der Schule St. Helene, schreibt: …“Durch die Krise funktioniert überhaupt nichts mehr. Wir sind am Ende des Monats, aber die Kassa ist leer (die Eltern sollten im Lauf des Monats das Schulgeld bezahlt haben). Bitte erleichtern Sie unsere Lage durch Ihre Hilfe“ …

 

Fotos: Demonstration der kongolesischen Community in Linz am 1.3.2025, um auf die Situation im Kongo aufmerksam zu machen.

Ich bedanke mich sehr herzlich für euer Interesse, und dass ihr den Bericht bis zum Ende lest!
Ganz besonders sage ich Danke für die Spenden, die Hilfe ermöglichen.

Liebe Grüße
Hermine Moser, Obfrau
Mitgliederversammlung 2024 und aktuelle Info

Mitgliederversammlung 2024 und aktuelle Info

Das sind die Themen:

  • Einladung zur Mitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes und Info-Abend
    am Mittwoch, 16. Oktober um 19:00 Uhr
    im Gasthaus Deim (Wintergarten), Böhmergasse 8-10, 4240 Freistadt
  • Lage und Bericht über die Projekte
  • Prüfung von Elikia durch das Finanzamt Wien

Mitgliederversammlung

Nach drei Jahren steht laut Statuten unseres Vereins erneut die (Wieder)-Wahl des Vorstandes an. Nach der Wahl werde ich über meine Reise im Vorjahr und über die aktuelle Situation berichten. Dazu sind alle Interessierten, auch über den Kreis der Mitglieder hinaus, herzlich eingeladen. Eine Erinnerungs-Einladung folgt in der Woche vor dem 16. Oktober.

Allgemeine Lage

Weiterhin ist keine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen im Kongo in Sicht. Die terroristischen Überfälle im Osten des Landes auf die Zivilbevölkerung gehen weiter, Millionen Menschen flüchten. Ein Putschversuch am 19. Mai, der rasch niedergeschlagen wurde, sind ein Ausdruck der politischen Instabilität im ganzen Land.

Hilfe für Kriegswaisen in Lubutu

Zu denen, die letztendlich, nach Überfällen mit allen Formen von Gewalt, geflüchtet sind, gehören auch Maria Kabedi und Noella Bintu aus Lubutu mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen. In Kinshasa wurden die Kinder den Autoritäten anvertraut. Ich hoffe, bei einem Besuch im kommenden Jahr, näheres zu erfahren.

So traurig und tragisch es ist, dass Flucht die einzige Möglichkeit für die große Gruppe aus Lubutu war, so muss ich sagen, dass die Beendigung dieses über weite Strecken sehr belastenden Projektes auch eine Erleichterung bedeutet.

Madame Florence Ngungas Sozialarbeit in Kinshasa und auf der Farm in Balimo

Die schlechte wirtschaftliche Lage (Mme Florence schreibt „tout va mal en pis“, alles läuft schlecht und wird immer schlechter) sind die Bedürfnisse, denen Mme Florence mit ihrem Verein entsprechen soll, immer größer, ihre Mittel aber geringer.

Nachdem die Verpflichtungen im Osten wegfallen, wird es wieder möglich sein, Mme Florences Hilfe für die Ärmsten im Stadtteil Masina Pasquale zu unterstützen.

Schule St. Helene

Die Primär- und Sekundärschule St. Helene hält sich mit großem Engagement der Unterrichtenden, allen voran ihres Direktors Denis Lelo, und mit Elikia Unterstützung, aufrecht. Monsieur Denis schrieb zu Ferienbeginn Anfang Juli, nach einem großen Dank für die geleistete Unterstützung: „Schließlich konnten wir, trotz aller Schwierigkeiten, die LehrerInnen 9 Monate, von 10, bezahlen …“.

Anfang September erhielt ich eine beunruhigende Nachricht. Der Vermieter des Grundstücks, auf dem die Schule steht, will den Mietvertrag kündigen und die Schule rauswerfen. Die Straße in dem Gebiet wurde erneuert, das erhöht den Wert der Liegenschaft.

Der Schulbetrieb hat trotz dieser Drohung begonnen. Aber wie wird es weitergehen? Ich warte auf weitere Nachrichten.

Prüfung durch das Finanzamt Wien

Ende Juli erhielten von einem Finanzbeamten Besuch, der sich alles bezüglich der Vereinsarbeit erklären ließ. Die Unterlagen nahm er mit und übermittelte uns einen umfassenden Fragenkatalog, den wir schriftlich beantworteten. Ergebnis: Wir sind vertrauenswürdig. Weitere Informationen beim Infoabend.

Eine Frage, die der Finanzbeamte stellte, und die auch für Unterstützerinnen und Interessierte von Bedeutung sein kann, ist, wie ich die Angaben meiner Kontaktpersonen verifiziere.

Ich versuche diese einzuordnen beispielsweise durch Nachrichten von „Le Monde d` Afrique“ und anderen Info-Portalen, und insbesondere durch die TAZ-Korrespondentin Simone Schlindwein. Sie lebt seit Jahren in Kampala, Ugandas Hauptstadt, ist Buchautorin und liefert neben Aktuellem auch tiefgründige Hintergrund-Berichte.

Ich freue mich auf den Austausch am 16. Oktober, Hermine Moser, Obfrau.

Brezen backen für den Ostermarkt

Elikia beim Ostermarkt in Freistadt

Rechnungsprüfung

Am 8.2.2024 haben die Rechnungsprüfer Rudolf Sotz und Maria Schacherl in gewohnter Präzision und Expertise die Finanzgebarung von Elikia – Hoffnung für den Kongo geprüft und alles für nachvollziehbar und korrekt befunden. Wir danken den beiden sehr herzlich für ihre wertvolle Arbeit.

Lage im Kongo

Die allgemeine Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist weiterhin besorgniserregend. Am 19. Februar schaffte es der Kongo in das Ö1-Mittagsjournal. Die Korrespondentin Simone Schlindwein, die schon lange in der Region lebt, berichtete von der militärischen Einkesselung von Goma, der Hauptstadt des Ost-Kongo durch die Miliz M23. Diese wird von Ruanda aus finanziert und gesteuert. Das Ziel Ruandas und seines Langzeit-Präsidenten Paul Kagame ist, den Osten des Kongo zu destabilisieren. Einerseits, um Bodenschätze aus der Region (Coltan, Lithium, Gold, Diamanten) zu rauben, andererseits, um langfristig das Staatsgebiet des dicht besiedelten Landes zu Lasten des Kongo auszudehnen. Die Leidtragenden sind die vor Ort lebenden Menschen, unter ihnen ganz besonders die Frauen.

So beispielsweise die 16jährige Ruth. Ich bin mit ihrer Mutter Mapendu schon seit langem in Kontakt, diese hatte drei Kriegswaisen, die mit meiner Hilfe später nach Kinshasa zu ihren älteren Geschwistern kamen, lange Zeit versorgt. Ruth wurde von einem 46jährigen Militär der kongolesischen Armee gekidnappt und vergewaltigt. Daraus entstand eine Risiko-Schwangerschaft, die dringend medizinische Behandlung benötigt.

Ostermarkt am Samstag, 23. März 9:00 – 17:00 Uhr im Schlosshof in Freistadt

Unter dem Motto „Wir backen Brezen, Sie helfen bedürftigen Kindern und Frauen im Kongo“ bieten wir Fastenbrezen für eine Spende an. Ich bin froh um jede Unterstützung. Wer kann und mag, könnte Brezen backen, oder mir beim Stand behilflich sein, oder einfach kommen und Brezen und auch von kurdischen Flüchtlingen bereitetes Brot erwerben.

Wir hoffen, dass wir durch den Ostermarkt die Spendenkasse etwas auffüllen können.

Kurdisches Fladenbrot backen für den Ostermarkt

Fotos: Brezen und Kurdisches Fladenbrot backen für den Ostermarkt.

Projekte

Das wichtigste Projekt ist weiterhin die Schule St. Helene. Wir konnten von der gewünschten Summe von 1950 USD bisher nur die Hälfte überweisen, weil immer andere dringende Anliegen dazwischenkamen. Der Direktor Denis Lelo weist gewissenhaft die Verwendung jeder erhaltenen Summe nach.

Die Versorgung der Flüchtlingskinder und der Betrieb der neu gegründeten Schule in Lubutu im Osten ist ebenfalls ein großes Anliegen und „Sorgenkind“. Auch in Lubutu ist die Lage kriegsbedingt prekär.

Ich bedanke mich im Namen der Menschen in Not herzlich für jede Form der Unterstützung. Mir ist bewusst, dass gerade in dieser Zeit man nicht weiß, wo man zuerst spenden sollte: in der Ukraine, in Gaza, im Sudan, wo ebenfalls ein vergessener Krieg wütet, oder an so vielen weiteren Schauplätzen weltweit, und auch bei uns in Österreich gibt es Bedarf an Hilfe. Hauptsache wir bleiben offen und empfänglich für Rufe nach Hilfe.

Vortrag “Planetary Health Diet”

Mit der Einladung zum Vortrag “Planetary Health Diet” am Mittwoch 31. Jänner 19:00 Uhr im Gasthof Deim in der Böhmergasse in Freistadt tritt Elikia erstmals als Veranstalterin auf. Der Blick auf das Thema Ernährung in Zusammenhang mit Klimagerechtigkeit und Geopolitik hat große Relevanz gerade auch für ein Land wie die Demokratische Republik Kongo. Elikia wird mit einem Info-Stand vertreten sein. Vielleicht gelingt es, weitere Menschen von dieser Art von solidarischer Hilfe, wie Elikia sie praktiziert, anzusprechen.  Herzliche Einladung!

Aktuelle Nachrichten aus dem Kongo

Aktuelle Nachrichten aus dem Kongo

Schule St. Helene 

Die Außenmauern, welche durch Starkregen unterspült und umsturzgefährdet waren, sind neu aufgebaut. Danke den Spenderinnen und Spendern, welche diese Sanierung ermöglichten.

Bildung  für die Flüchtlingskinder in Lubutu: Bitte um Hilfe

Die Kriegswaisen in Lubutu im Osten sollen nicht nur mit Nahrung versorgt werden, sondern sollen auch Bildung erhalten. Die Schulen sind auf Grund der Flüchtlingsströme überfüllt, und außerdem wäre es unmöglich, für all diese ärmsten Kinder das Schulgeld aufzutreiben. Also haben sich die tatkräftigen Frauen Maria Kabedi und Noella Bintu entschlossen, selbst eine Schule zu gründen.

Als Schulgebäude dient das Zentrum, in dem die Flüchtlingskinder betreut werden. Es war voriges Jahr dank einer großzügigen Spende, die Elikia weitergeben konnte, saniert und erweitert worden.

Noella und Maria haben beide einen Schulabschluss, der ihnen erlaubt, in einer Grundschule zu unterrichten und diese auch zu leiten. Sie haben 13 weitere Lehrerinnen gefunden, mit denen sie gemeinsam den Schulbetrieb in der kommenden Woche starten werden.

Mit 800 Dollar konnte Elikia helfen, Bänke und Tische für die Klassenzimmer anzuschaffen.

Von weiteren 1000 Dollar wurden Lebensmittel für die 95 Waisenkinder eingekauft:

  • 4 Säcke Reis-100 kg, 240 Dollar
  • 25 Liter Palmöl, 40 Dollar
  • 50 Kg Bohnen, 120 Dollar
  • 20 kg Zucker, 30 Dollar
  • 40 kg Maismehl für den Frühstücksbrei, 50 Dollar

Die zweite Hälfte, 520 Dollar, wurden für Schulhefte, Sandalen, Kulis, Materialien für den Mathematik-Unterricht verwendet. Das Geld hat aber nur gereicht, um 35 Kinder mit dem nötigsten Schulbedarf auszustatten. Für weitere 60 Kinder werden pro Kind etwa 20 Dollar benötigt, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.

Vielleicht erscheint dies manchen von uns viel. Aber die Kinder brauchen nicht nur Schulhefte und einen Kuli, sondern auch Sandalen und einfachste Kleidung, damit sie in die Schule gehen können.

Wer kann und möchte helfen? Jeder Betrag ist willkommen. Einem einzigen Kind zu helfen, macht einen Unterschied!

Natürlich stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln der Schulbetrieb längerfristig aufrecht erhalten werden kann. Anders als St Helene, fällt in Lubutu keine Miete für die Räumlichkeiten an. Neben den 95 Kindern, die in der Obhut von Maria und Noella sind, gibt es weitere 146 Kinder in der Maternelle (Kindergarten) und in der Primaire (Volksschule), welche Schulgeld bezahlen. Mit den eingenommenen Beträgen hoffen die Frauen, den Schulbetrieb stemmen zu können. Keineswegs kann aber die Schule Geld erwirtschaften für die Nahrungsversorgung der Waisenkinder. Das Projekt braucht mindestens solange Unterstützung, solange der Krieg dauert. Und vermutlich darüber hinaus.

Hilfe für die Hochwasseropfer im Osten

Jede der acht Familien erhielt 250 Dollar als Starthilfe, um einen Kleinhandel zu starten und damit langfristig den Lebensunterhalt zu verdienen. Die Lage der Familien war verzweifelt, von staatlicher Seite kam, entgegen früherer Versprechungen, keinerlei Unterstützung. Bijoux Mboma, mit der ich in Kontakt stehe und die ich von früher kenne, übermittelte mir die Auszahlungs-Listen mit den Unterschriften der acht Frauen.

Nun kommt der fünfte und letzte Teil meines Berichts über die Lage des Landes, so wie ich sie von Mitte Mai bis Mitte Juni erlebt habe.

Krieg in Bandundu 

Seit gut eineinhalb Jahren gibt es einen weiteren schlimmen Krieg im Gebiet von Bandundu, der bis zu den Toren von Kinshasa reicht. Es handelte sich ursprünglich um einen Konflikt zwischen den Volksgruppen der Teke und der Yaka wegen Landrechte. Die meisten meiner GesprächspartnerInnen gehen davon aus, dass Kabilas Leute den Konflikt anheizen, um zu destabilisieren und Wahlen zu verhindern. Es gibt aber auch welche, die aus dem gleichen Grund Tshisekedi als Kriegstreiber vermuten, weil dieser sein Präsidentenamt nicht aufgeben will.

Ich habe auch gehört, dass man hier ebenso ruandische Rebellen im Hintergrund vermutet. Schon einmal, Ende der 1990er Jahre, hatte das im Vergleich zum Kongo winzig kleine Ruanda den gesamten Kongo bis zur Hauptstadt Kinshasa besetzt. Das führte zur Vertreibung des Langzeit-Diktators Mobutu und zur Einsetzung von Laurent Kabila, des Vaters von Joseph Kabila, als Präsident. Dieser hatte das vormalige Zaire in die „Demokratische Republik Kongo“ zurück-genannt.

Plateau von Bateke  

Auf dem Plateau in der Provinz Bandundu liegt die Farm von Maman Florence Ngunga vom Verein CRPDM. Den Menschen dort fühle ich mich sehr verbinden, ich habe 2020 und 2021 bei der Ernte mitgeholfen und Schulungen gehalten. Die Arbeit auf der Farm liegt brach, die Personen, die dort gearbeitet haben, sind geflohen. Der vollständigen Fertigstellung der Zisterne ist der Krieg dazwischengekommen.

Auch die Don Bosco Schwestern von Kimbanseke können ihre Farm, die näher zur Stadt Kinshasa liegt, nicht bewirtschaften.

Der Reiseverkehr in die Provinz Bandundu, wohin ich früher viel gereist bin und geschult habe, ist fast komplett zum Erliegen gekommen. Die wenigen Busse verkehren nur tagsüber, und werden von Militär begleitet. Trotzdem werden Busse gekapert, Menschen ausgeraubt und auch getötet. Dies ist eine echte Tragödie vor der Haustür von Kinshasa. Die Bevölkerung ist verängstigt und eingeschüchtert.

Wirtschaftliche Lage

Diese geht Hand in Hand mit der politischen Lage. Zuerst war die Pandemie mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze, dann der Krieg in der Ukraine mit den steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen, und jetzt noch dazu Krieg und Terror im eigenen Land.

Die Schwierigkeiten zeigen sich auch in den ständigen Stromausfällen, welche den kleinen und größeren Betrieben das Wirtschaften sehr erschweren. Beispielsweise steht die Bäckerei der Don Bosco Schwestern in Sangamamba schon eine Weile still, weil das Backen mit dem Diesel-Aggregat den Verlust, der durch das Nicht-Backen entsteht, noch weit übertreffen würde.

Die Bäckerei in Kimbanseke arbeitet weiter, auf Sparflamme. Man will die Klientel möglichst halten, und nimmt den Verlust durch den hohen Diesel-Preis für die Stromgewinnung in Kauf. Das Personal kommt zur Arbeit, auch wenn es tagsüber wenig zu tun gibt wegen der verminderten Produktion, und muss natürlich bezahlt werden. Die Don Bosco Schwestern betreiben ein Restaurant auf dem Inlandsflughafen, das einen wichtigen Einkommensfaktor darstellt. Der Flugverkehr ist wegen der Krise vermindert und der Gewinn durch das Restaurant entsprechend geringer. Mit den Einnahmen aus Bäckerei und Restaurants sollen aber die Gehälter der Lehrenden und die Kosten für das Internat bezahlt werden! Das geht sich derzeit nicht aus.

Nachdem ich die Schule St. Helene besucht hatte, begleitete mich M. Denis, der Coordinateur der Schule, zu den Don Bosco Schwestern in Sangamamba. Auf dem Fußweg von circa 30 Minuten grüßten uns ständig junge Leute, ehemalige Schülerinnen und Schüler, die nun mit dem Verkauf von SIM-Karten, Taschentüchern, Kaugummi und sonstigem Kleingramm ihr Geld zu verdienen versuchen. Es gibt keine Jobs, also wollen die Leute vom Verkauf leben. Je mehr Arbeitslose, umso mehr „petit commerce“, aber immer weniger Menschen, die Geld zum Ausgeben haben.

Herzlichehen Dank für alle Unterstützungen!

École St Hélène

École St Hélène

Ich besuchte die Schule St. Helene am 23. Mai 2023 unangemeldet – ich wollte keine inszenierte Begrüßung – sondern möglichst unmittelbar den Schulalltag erleben.

Dieser Besuch machte mir einerseits große Freude. Die Schule funktioniert, der Unterricht läuft, die Kinder sind da, staatlich anerkannte Abschlussprüfungen werden abgehalten. Die Lehrerinnen und Lehrer wirken engagiert, die Kinder fröhlich.

  

Aber starke Regenfälle haben die außen liegenden Klassen und auch die Mauer, welche die Schule eingrenzt, unterspült. Diese Klassen können auf Grund von Einsturzgefahr nicht mehr verwendet werden, die Mauer hat Risse und könnte ebenfalls einstürzen.

Diese Probleme verschärfen die ohnehin prekäre Lage, die dadurch bedingt ist, dass viele Eltern die Schulgebühren nicht zahlen können. Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten nur einen kleinen Teil ihres Gehalts. Dies ist ein unhaltbarer Zustand, der aber schon lange Zeit anhält. Würde Elikia die Schule nicht unterstützen, hätte sie schon aufgehört zu existieren.

Von dem mitgebrachten Geld bekam die Schule USD 1.650.-. Diese wurden unter den Lehrenden als Lohn aufgeteilt. Die Auszahlungsliste habe ich inzwischen erhalten, die 25 Angestellten bekamen zwischen 55 und 120 Dollar ausbezahlt.

Die schadhaften Mauern wurden abgetragen, für das neu Aufbauen der Mauern gibt’s einen Kostenvoranschlag von 894 Dollar für die umgrenzende Mauer, und von 380 Dollar für die Mauern der außen liegenden Klassenzimmer.

Bei den Klassenzimmern müssen schadhafte Balken und auch Dachziegeln ersetzt werden, dafür liegt noch keine Kostenberechnung vor.

  

Wer die Schule unterstützen will, kann dies bitte sehr gern mit dem Kennwort Schule auf das Elikia-Sparkonto tun.

Herzlichen Dank!

Kongo Reise 2023 

Kongo Reise 2023 

Inklusive der Reisetage war ich knapp vier Wochen, vom 19. Mai bis 15. Juni 2023, im Kongo. Ich bin gesund und etwas erschöpft heimgekommen.

Einen herzlichen Dank an die Spenderinnen und Spender, die während meines Aufenthalts, vielleicht aufgrund meiner täglichen Nachrichten auf Facebook, spendeten. Danke an die Rotarier, welche die Mittel für Zeltplanen und Zubehör für einfache Unterkünfte für Überschwemmungsopfer im Osten zur Verfügung stellten.

Die Mittel, die ich bar dabeihatte, einschließlich meiner eigenen, reichten nicht aus. So war es gut, dass mein Mann, der Kassier, mir zusätzlich etwas schicken konnte.

Diesmal haben sich die Aufgaben für mich nicht klar gezeigt. Die Partner-Organisationen, mit denen ich sonst zusammenarbeite, waren durch den Krieg, durch individuelle Krankheit, durch die allgemein schwierige Lage, lahmgelegt. Das heißt nicht, dass sie nicht wirksam wären. Sie konnten nur keine Schulungen organisieren.

Eine Reise in die Provinz Equateur, wohin mich eine polnische Missionarin einlud, um Schulungen zu geben und mit behinderten Kindern zu arbeiten, stornierte ich schließlich, nachdem der Flug dreimal verschoben worden war. Ich wollte meine Heimreise nicht gefährden.

Viel beschäftigte mich, dass ich einen schwer kranken jungen Mann von der Straße aufgelesen und in ein Krankenhaus gebracht hatte.

Die meiste Zeit arbeitete ich in der “Hauskranken- und Behindertenpflege”. Ich war mit dem Sozialdienst der Caritas Kinshasa zu Familien mit behinderten Kindern, und in ein Heim der Schwestern von Mutter Theresa von Kalkutta für behinderte Kinder und Erwachsene unterwegs.

Und ich begleitete Blaise Ngangala, einen Schüler der ersten Stunde, zu den Kranken, hauptsächlich mit neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, die er mit Reflexologie und Bewegungs- und Wahrnehmungsunterstützung behandelt.

Natürlich verbrachte ich viel Zeit mit all den Kindern und Jugendlichen, die ich teilweise schon jahrelang begleite. Ich wurde Taufpatin der 14jährigen Milka.

Providence, ein junger Mann aus dem Osten, den ich vor 10 Jahren als Kind kennengelernt hatte, war in eine Arbeitssklaven-ähnliche Lage geraten. Es gelang mir, seinen Ausweis und sein Ausbildungszeugnis als Mechaniker und Chauffeur zurückzubekommen, und ihn nach Bukavu zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zurückzuschicken.

Genaueres in weiteren Nachrichten mit den Themen

  • École St. Hélène
  • Schulungen
  • Kinder und Jugendliche
  • Artemisia annua
  • Krankenhaus-Behandlung im Kongo
  • Tod von Schwester Hildegard
  • Politische Lage
  • Wirtschaftliche Lage

Liebe Grüße, danke für weitere Unterstützung, und eine gute Zeit.

Hermine Moser, Obfrau

Giro-Konto | Kongo-Reise 2023

Giro-Konto | Kongo-Reise
1. Schließung des Elikia-Girokontos

Als unser Verein Elikia die Spendenbegünstigung erhielt, empfahl der Wirtschaftsprüfer, ein Girokonto zu eröffnen, damit Überweisungen direkt von diesem Konto getätigt werden können.

Wegen verschärfter Sicherheitsbestimmungen für Überweisungen auf andere Kontinente ist es nicht mehr möglich, von einem Vereinskonto zu überweisen. So haben wir, auch um Spesen zu sparen, das Girokonto mit 15.5.2023 geschlossen.

Weiterhin gültig ist das Elikia Sparkonto: Allgemeine Sparkasse OÖ, Elikia – Hoffnung für den Kongo, IBAN: AT38 2032 0327 0412 0735, BIC: ASPKAT2LXXX

 

2. Reise in den Kongo vom 19. Mai bis 13. Juni

In drei Tagen werde ich meine Reise in den Kongo antreten und für dreieinhalb Wochen bleiben. Ich freue mich, dass ich einige gut funktionsfähige Smartphones mitnehmen kann. Bei Egypt Air habe ich einen besonders günstigen Flug gefunden, der aber nur ein Gepäckstück à 23 kg erlaubt. So werde ich diesmal nicht allzu viel Sonstiges mitnehmen können.

Sobald ich mir einen Überblick über die Lage vor Ort verschafft habe, werde ich mich melden. Durch den Krieg im Osten und die insgesamt schwierige Sicherheitslage war es mir nicht möglich, die Aktivitäten während meines Aufenthaltes sinnvoll zu planen. Ich lasse mich, wie eigentlich eh immer, überraschen.

Der größte Teil der Elikia-Unterstützung geht derzeit in die Versorgung von Flüchtlingskindern in Lubutu. Die Lage ist alarmierend. Ich übersetze aus einer Messenger Nachricht:

„Die Jugendlichen im Waisenhaus sind wegen des Mangels an Essen unkontrollierbar geworden. Sie gehen raus und versuchen, sich auf ihre Weise durchzuschlagen und Essen aufzutreiben. Es gibt auch welche, die sich prostituieren“.

Während ich dies schreibe, erhalte ich einen Hilferuf von einer Familie im Osten, die durch die Überschwemmungen in der ersten Maiwoche alles verloren hat.

Ich habe vor, die Schule St. Helene in Sangamamba unangemeldet zu besuchen, um einen möglichst unmittelbaren Eindruck von der Lage zu bekommen.

 

3. Schwester Hildegard Litzlhammer, die knapp 40 Jahre im Kongo gelebt hat, ist am 21. April in Österreich an ihrer Krebserkrankung gestorben.

Der Tod von Sr. Hildegard Litzlhammer hinterlässt eine große Lücke. Es ist anzunehmen, dass nun die Spenden aus Österreich viel weniger werden. Möglicherweise wird das Kinderhaus in Kimbanseke, in das ich einige Mädchen vermitteln konnte, längerfristig ein kostenpflichtiges Internat umgewandelt.

 

4. Stofftaschen für freiwillige Spenden

Auf der Suche nach Spenden entstand die Idee, Stofftaschen zu nähen und diese für freiwillige Spenden, mit einem Elikia-Flyer versehen, anzubieten. Es freut mich sehr, dass diese Stofftaschen im Bauernladen und in der Buchhandlung Wolfsgruber aufliegen dürfen.

Amanullah wohnt als Asylwerber in der Schlossergasse. Er ist Schneider und näht die Stofftaschen. Stoffe bekamen wir geschenkt.